16. Januar 2018, 20:08 Uhr

Bitte anklopfen!

16. Januar 2018, 20:08 Uhr
Dank Helmuth Herdt ist die alte Rathaustür wieder komplett. (Foto: pm)

Die Freude ist groß im Museum im Spital: Das zentrale Exponat der aktuellen Sonderausstellung »Fachwerk in Grünberg«, die mächtige Eingangstür aus dem historischen Rathaus-Fachwerkbau, hat wieder einen Türklopfer. Dank Helmuth Herdt, der mit handwerklichem Geschick und Freude bei der Umsetzung von besonders kniffligen Aufträgen auch vor Sonderanfertigen nicht zurückschreckt, können Besucher des Museums seit wenigen Tagen nun wieder sehen und hören, wie Besucher in früheren Zeiten Einlass begehrten – damals, als es noch keine Türklingel gab.

Um Herdts Beitrag entsprechend zu würdigen, zitiert das Museum in einer Pressemitteilung aus der »Oeconomischen Encyclopädie« von Johann Georg Krünitz aus dem Jahr 1790: »In engerer Bedeutung heißt der Klopfer, Anklopfer oder Thürklopfer, ein an der Thür beweglich befestigter Hammer, Schlägel oder Ring (Klopfring) von Eisen oder Messing, dergleichen man gemeiniglich von außen an die Hausthüren und Thorwege zu machen pflegt, damit, wenn Jemand bey Nachtzeit, oder sonst verschlossener Thür eingelassen zu werden wünscht, er den im Hause befindlichen durch das Klopfen und Anschlagen mit demselben ein Zeichen geben kann (…).« Nun folgt eine detaillierte Beschreibung, wie die Handwerker Schritt für Schritt vorgehen. Nach zwei Seiten folgt die Feststellung: »Man sieht leicht, dass dieße Arbeiten, die viel Geschicklichkeit erfordern, viel Zeit wegnehmen und viel Mühe machen; daher man sie gemeiniglich lieber von Messinge gießt, als von Eisen verfertigt (…). Der Eintrag endet mit dem Hinweis: »Der Klopfer ist ein Theil des Hauses, darf also bei einem Hausverkaufe nicht abgebrochen, und mit hinweg genommen werden.«

Die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte und die Sonderausstellung »Fachwerk in Grünberg« können freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 18 bis 20 Uhr besucht werden. Der Eintritt ins Museum und zu allen Veranstaltungen beträgt 4 Euro (erm. 3 Euro). Die Nutzung einer Audioführung ist ohne Aufpreis möglich.

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