29. November 2018, 22:11 Uhr

Bis der Goldapfelbaum wieder trägt…

In der Not frisst der Teufel Fliegen. Und wird damit sogar von seiner Großmutter gefüttert… Wahrlich erheiternd, was das Wettenberger Amateurtheater Sammelsurium im aktuellen Weihnachtmärchen bietet. Heute hat »Der Teufel mit den drei goldenen Haaren« Premiere.
29. November 2018, 22:11 Uhr
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Von Rüdiger Soßdorf
König Iwan (Julius Henkelmann) ist empört; die Königin (Carolin Kuhlmann) muss es ertragen. (Fotos: so)

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren« erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der als Kleinkind im Fluss ausgesetzt, aber von einer Müllersfamilie gerettet und aufgezogen wird, der den Täubern im Wald entkommt, der die Liebe einer Königstochter gewinnt und der sogar die gefährliche Reise in die Hölle und zurück unbeschadet übersteht, um dann endlich seine hübsche Prinzessin in die Arme schließen zu können. Er hat eben eine Glückshaut, der Junge… Und so gelingt es ihm, sich gegen den mächtigen König durchzusetzen und zugleich drei Aufgaben zu lösen, die ihm aufgeben werden auf seinem Weg zum Leibhaftigen. Dem kann er nämlich mithilfe von des Teufels Großmutter gar drei Haare abluchsen. Die drei Haare stehen für die drei Aufgaben, mit denen der Junge Menschen in Not und Bedrängnis respektive scheinbar ausweglosen Situationen helfen kann: Zu klären, warum ein Brunnen versiegt ist, warum ein Goldapfelbaum nicht mehr trägt und wie der Fährmann seinen scheinbar ewig währenden Dienst an einen anderen loswerden kann.

Es ist der Konflikt der Generationen zwischen dem Glückskind und dem alternden König. Es zeigt die Vergänglichkeit von Macht, und es symbolisiert das Finden des eigenen Weges im Leben und durchs Leben. Ein Märchen für Kinder – aber eben auch ein vielfach symbolträchtiges Lehrstück, an dem Erwachsene gleichermaßen ihre Freude haben können.

Vor 13 Jahren stand das Stück schon einmal auf dem Spielplan der engagierten Theatermacher. Seinerzeit schrieb Oliver Wegener die Bühnenfassung des Märchens der Brüder Grimm. Darauf wurde jetzt zurückgegriffen.

Alle Rollen sind wie stets bei Inszenierungen des Wettenberger Amateurtheaters Sammelsurium doppelt besetzt. Zum einen, um die zeitliche Belastung der vielfach jungen Laienschauspieler bei den 12 Aufführungen an zwei Wochenenden nicht zu groß werden zu lassen. Und zum anderen, um möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zu geben, sich einzubringen. Auf der Bühne, aber auch beim Bühnenbau und in der Kulissenmalerei, in der Maske, beim Entwerfen und Schneidern von Kostümen bis hin zum Betreuen der Gäste im Foyer, wenn dort in den Pausen Seidls wunderbare Butterhörnchen verkauft werden. Um die 140 Akteure bringen sich ein.

Erstmals im Regieteam an der Seite von Regisseurin Ina Nestler und Rolf Bernhardt (Co-R.) ist der junge Julius Henkelmann, der zudem als grantiger, boshafter und gieriger König Iwan eine klasse Figur macht.

Karten gibt es noch für alle öffentlichen Vorstellungen. Auch für die Premiere am heutigen Freitagmittag können Kurzentschlossene noch an der Tageskasse zum Zuge kommen. Hingehen und anschauen– es lohnt sich!

Der missmutige Teufel mit seiner Großmutter (oben links), Glückskind Felix und Glückselfe Lilli mit den dürstenden Bauern am Brunnen (oben rechts), Felix wirbt um Prinzessin Tabea (unten rechts), und nicht zuletzt Zerberus, der dreiköpfige Höllenhund (unten links) – beim Sammelsurium setzt man auf opulente Kostüme und Kulissen.



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