26. November 2018, 21:33 Uhr

Bilder als Gedächtnis des Dorfes

26. November 2018, 21:33 Uhr
Hagenbücher

Mit einer Bilderpräsentation im Dorfgemeinschaftshaus endete offiziell das Jubiläumsjahr »575 Jahre Weickartshain« für den Grünberger Stadtteil und das »Dorf auf der Höhe«. Nach der Begrüßung der zahlreichen Besucher durch Karl-Heinz Hartmann und dem Dank an den unermüdlichen Bildersammler Heinz-Joachim Hagenbücher, die Unterstützer Karl Trüller und Achim Theiß und die weiteren Helferinnen folgte der zweite Teil des Vortrages »100 Jahre Postgeschichte«. Dabei ging Hagenbücher nicht nur auf die mit dem Postwesen verbundenen Themen ein.

Bei der 1945 beginnenden Vortragsreihe stand zunächst die für Weickartshain zum Vorteil geratene Besatzung des Dorfes durch die Amerikaner im Blickpunkt. So wurden die Entnazifizierung und die nur in der amerikanischen Zone erlaubte Frankierung mit der Bautenserie erwähnt. Zu zahlen waren neben dem Porto noch die Zweipfennigmarken als Abgabe für den Berlin-Aufbau. Bei der später in Kraft tretenden »Abeiterserie« galten die Briefmarken dann in der gesamten westlichen Besatzungszone. Insbesondere Auslandsbriefe der Angehörigen von Flüchtlingen aus Osteuropa wurden bis 1952 zensiert und mit entsprechendem Stempel versehen. Eine Darstellung gab es auch von Postsendungen des Weickartshainer Bundeswehrsoldaten Christoph Dörr während dessen Kosovoeinsatzes. Mit der Ernennungsurkunde des langjährigen örtlichen Posthalters Rudolf Sittner und zahlreichen mit Briefmarken versehene Zahlkarten wurden weitere Postdokumente gezeigt.

Dokumentiert war auch der Werdegang der Postleitzahlen am Beispiel Weickartshain. Großes Interesse fanden neben zahlreichen Personenfotos auch Aufnahmen der verschiedenen Währungen, Gebäude und Gewerbetreibenden. Viel beachtet waren Hochzeitsbilder, Aufnahmen Weickartshainer Turnerinnen, von Jubiläen und Veranstaltungen des Männergesangvereins, des Schützenvereins und des Mandolinenclubs. Hagenbücher konnte dank des Publikums noch Namen von zunächst unbekannten Personen ergänzen.

Erinnerungen an die Vergangenheit wurden bei den meisten Anwesenden wach angesichts von Bildern einer Drillingsgeburt bei Kälbern, der Einweihung des Kriegerdenkmals 1949, dem musikalischen Osterwecken, dem Bau der Grillhütte in der Weickartshainer Schweiz, dem Melken sowie bei Fotos des Milchkutschers und der bis vor wenigen Jahren noch im Betrieb befindlichen Dämpfkolonne. Aus der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart stammten u. a. Aufnahmen vom Kultursommer 2011 in Weickartshain und dem derzeitigen Brückenneubau über den Seenbach (Seenbrücke).

Zum Abschluss bat Hagenbücher um weitere Unterstützung bei der Fortschreibung der Weickartshainer Dorfgeschichte in Form von Bildern und anderen Unterlagen. Zugleich löste er auch die auf der Veranstaltungsankündigung gestellte Frage zu dem gesuchten »Mädel mit der Tasche« auf. Es war das »Postfräulein« Emmi Knöß, die spätere Ehefrau des langjährigen Posthalters Rudolf Sittner. (Foto: ld)

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