21. Februar 2012, 20:03 Uhr

Bei Monz-Abschied Behördenzukunft ein Thema

Gießen (no). Wenn der Spitzenbeamte Ulrich G. Monz am Mittwoch, nach über 31 Jahren in einer Führungsposition der Kreisverwaltung, seinen Ausstand gibt, stellt sich – über den Kreis der Veranstaltungsgäste hinaus – die Frage nach der Zukunft der von ihm geleiteten früheren staatlichen Abteilung des Landkreises am Bachweg.
21. Februar 2012, 20:03 Uhr
Was wird aus den zum Teil publikumsintensiven, meist am Bachweg untergebrachten Fachdiensten im Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Kreisverwaltung, wenn der leitende Beamte zum Monatsende nach 31 Jahren in den beruflichen Ruhestand geht? Landrätin Anita Schneider hat mehrere Optionen. Sie wolle indes die Debatte nicht beschleunigen, indem sie öffentlich die zur Wahl stehenden Organisationsveränderungen erörtert. So sagte es Schneider-Referent Udo Liebich gestern auf Anfrage zumindest sinngemäß. Zunächst greife die Stellenbesetzungssperre. Alles andere folge später. (Foto: no)

Diese war 2005 mit der Kommunalisierung zum Fachbereich Sicherheit und Ordnung umfirmiert worden. Man habe mehrere Möglichkeiten, sagte Udo Liebich dazu auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung, aber noch keine davon sei spruchreif. Fest stehe nur, betonte der Referent von Landrätin Anita Schneider (SPD), dass man die selbst auferlegte Stellenbesetzungssperre von sechs Monaten einhalten und diese Zeit zum Reifen der Entscheidung nutzen wolle. Hilfreich hierbei werde jener Teil des Organisationsgutachtens sein, der dieses Segment der Behörde zu bewerten habe.

Im Gespräch hatte der seit einem Monat 65-jährige Monz unlängst Dankbarkeit dafür geäußert, dass der frühere Landrat Willi Marx (SPD) die Abteilung 2005 nicht zerschlagen haben, wie dies seinerzeit in etlichen anderen hessischen Kreisen der Fall gewesen sei.

Aber 2005 ist Vergangenheit, und in der Kreispolitik fragt man schon seit geraumer Zeit, ob die Organisation der Kreisverwaltung noch zeitgemäß sei, ob die Abkehr von Ämtern und die Schaffung von Fachbereichen richtig war. Nachgerade die Grünen fordern eine Bewertung, halten mindestens die Anzahl von sieben Fachbereichsleitungen für zu groß. Hinzu kommen bekanntlich noch fünf, zum Teil personell gut ausgestattete Stabsstellen. Und ebenso bekannt: Wegen des laufenden Organisationsgutachtens, das zunächst den Fachbereich Jugend/Soziales untersucht, ist dort die seit 2010 vakante Leitungsstelle noch nicht wieder besetzt worden. Die nachgeordneten Fachdienstleitungen teilen sich als Team die Führungsaufgaben. Das laufe so gut, heißt es im Landratsamt am Riversplatz, dass das Modell manifestiert werden solle. Dann könnte man auch dem Rechtswissenschaftler aus Unterfranken absagen, der sich 2010/11 – nach personellen Turbulenzen hier vor Ort – auf die Stelle beworben und eine vorbehaltliche Zusage erhalten hatte.

Zum seitherigen Monz-Fachbereich Sicherheit und Ordnung, der komplett von Anita Schneider als Dezernentin verantwortet wird, zählen die Finanz- und Kommunalaufsicht mit Wahlorganisation, das Verkehrswesen (Kraftfahrzeug-Zulassung und Führerscheinstelle), das Ordnungs- und Gewerbewesen, Ausländerbehörde und Personenstandswesen sowie Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst.

Drei Varianten zur Auswahl

Auch wenn Liebich die Optionen nicht benennen wollte, so stehen sie doch im Raum – und werden vom »Flurfunk« kontinuierlich gesendet. Es bleibt am Ende alles, wie es ist; die Monz-Stelle würde dann im Herbst nachbesetzt. Oder die Fachdienstleiter machen die Fachbereichsleitung mit, wie es bei Jugend/Soziales der Fall ist. Oder die Abteilung würde in absehbarer Zeit aufgeteilt und anderen Fachbereichen zugeordnet.

Mit Sicherheit keine leichte Aufgabe für die Behördenleiterin, sagen Kreispolitik-beobachter, denn Gegenwind sei quasi programmiert – aus dem politischen Raum oder aus den Reihen der Beschäftigten.



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