Kreis Gießen

Begrüßung mit Hundegebell

Mit aufgeregtem Gebell werden die Kinder der Klasse 4b der Pestalozzischule Gießen von den Hunden des Gießener Tierheims begrüßt. Findus, ein Bracken-Mischling, ist mit seinen ungefähr vier Monaten der jüngste Hund und gerade dabei, zu einem Spaziergang aufzubrechen, als die Schüler eintreffen. Bei der folgenden Besichtigung des Gießener Tierheims erfahren die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen Katharina Hanel und Sarah Kappel viel Neues. Tierpflegerin Hanna Wern führt die Gäste durch die verschiedenen Gebäude und beantwortet geduldig viele Fragen.
19. November 2019, 18:07 Uhr
Redaktion
Jede Katze im Tierheim hat ihr eigenes Körbchen oder Häuschen.
Jede Katze im Tierheim hat ihr eigenes Körbchen oder Häuschen.

Mit aufgeregtem Gebell werden die Kinder der Klasse 4b der Pestalozzischule Gießen von den Hunden des Gießener Tierheims begrüßt. Findus, ein Bracken-Mischling, ist mit seinen ungefähr vier Monaten der jüngste Hund und gerade dabei, zu einem Spaziergang aufzubrechen, als die Schüler eintreffen. Bei der folgenden Besichtigung des Gießener Tierheims erfahren die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen Katharina Hanel und Sarah Kappel viel Neues. Tierpflegerin Hanna Wern führt die Gäste durch die verschiedenen Gebäude und beantwortet geduldig viele Fragen.

Im Tierheim hat jeder Hund einen Außenbereich und ein eigenes kleines Zimmer mit Sofa oder Sessel, Körbchen und Napf. »Wenn Sie ein Tier wären, würden Sie gerne hier leben?«, fragt die 10-jährige Lilli die Angestellte des Tierheims. Hanna Wern erklärt den Kindern, dass sie lieber in einem richtigen Zuhause leben würde, zum Beispiel bei einer netten Familie. Es gibt Tiere, die sich hier sehr wohlfühlen, aber andere sind sehr gestresst. Die Pfleger machen es den Tieren so schön wie möglich, aber ein Zuhause können sie nicht ersetzen. Als die Kinder erfahren, dass insgesamt 105 Tiere auf einen neuen Platz warten, sind sie erschrocken und traurig.

Die Versorgung der Tiere kostet viel Geld. Darum ist das Tierheim auf Spenden angewiesen. Von gespendetem Geld werden die Angestellten, das Futter, der Tierarzt und vieles mehr bezahlt. Seit 2 Jahren sammelt das Heim außerdem Spenden für ein neues Kleintierhaus. Hanna Wern berichtet, dass das alte baufällig war und die Heizung ausgefallen ist. Deshalb sind momentan nur wenige Kleintiere im Gießener Tierheim. Bald soll mit dem Neubau begonnen werden.

Besonders interessieren sich die Jungen und Mädchen der 4b für die Aufgaben der Tierpflegerin. Sie reinigt die Räume und Zwinger, versorgt die Tiere mit Futter und - falls sie krank sind - mit Medikamenten, arbeitet mit problematischen Tieren und geht mit den Hunden spazieren. Das Tierheim hat nur acht fest angestellte Mitarbeiter. Außerdem helfen noch viele Ehrenamtliche mit, damit alle Tiere gut versorgt werden können. Hanna Wern erzählt, dass das Wichtigste ist, die Arbeit mit Liebe zu machen und dass man auch bereit sein muss, länger zu arbeiten, wenn Tiere noch Hilfe brauchen oder noch nicht alles erledigt ist.

Zum Abschluss des interessanten Vormittags dürfen die Kinder noch Sherlock, den Welsh Corgie der Mitarbeiterin kennenlernen. Sherlock ist erst ein Jahr alt und kann schon viele Kunststücke. Die Kinder staunen, als er sogar tanzt und auf Kommando über den Boden rollt. (von Rova Yorulmaz, Hana Saidi,

Milina Filbert und Lilli Jeschke)

Kuschelzeit im Katzenhaus

Kater Freddy ist mit seinen 16 Jahren das älteste Tier im Gießener Tierheim. Momentan lebt er in der Quarantänestation und wird medizinisch versorgt. Außer ihm gibt es im Katzenhaus zurzeit noch 33 andere Katzen, darunter auch einige Katzenbabys.

Die Kinder staunen, als sie mit Tierpflegerin Hanna Wern durch eine Schleuse das Katzenhaus betreten. Hier gibt es für jede Katze ein eigenes Körbchen oder Häuschen, in dem sie sich ausruhen oder verstecken kann. Außerdem stehen dort viele Katzenklos und Kratzbäume. »Oh, wie süß!«, hört man die Jungen und Mädchen rufen, als die ersten mutigen Katzen sich herantrauen und ihnen Leckerchen aus der Hand fressen. Neben den Räumen für die Katzen gibt es auch ein eigenes Außengehege, in dem sich die Tiere austoben und klettern können. Nur wenige Katzen bleiben in ihren Verstecken und beobachten die Besucher aus der Ferne. Oft haben die Tiere schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und sind deshalb ängstlich. Warum so viele Katzen, über 60 Hunde und etwa 10 Kleintiere im Tierheim Gießen leben, hat verschiedene Gründe. Viele Menschen geben ihre Haustiere wegen Umzug oder Allergien ab, weil die Tiere ihnen zu teuer oder zu anstrengend geworden sind. Manchmal werden Tiere aus ihren Familien geholt, weil sie dort nicht gut versorgt oder schlecht behandelt werden.

Weiter geht es für die Schüler, die von ihren Lehrerinnen Katharina Hanel und Sarah Kappel begleitet werden, zur Katzenbabystation. Um die kleinen Kätzchen nicht zu verschrecken, können die Gäste das Geschehen durch den Zaun beobachten. Dazu müssen sich alle ganz still verhalten.

Feli und Struppi, die beiden Kaninchen, leben zurzeit in einem Außengehege. Das Kleintierhaus des 1963 gebauten Tierheims musste geschlossen werden, weil es alt und baufällig war. Die Kinder erfahren, dass es für Kaninchen kein Problem ist, das ganze Jahr über draußen zu leben, wenn sie daran gewöhnt sind. Die Pflegerin erklärt den Mädchen und Jungen, dass die Käfige, die man in den Zoohandlungen kaufen kann, für Kaninchen viel zu klein sind. Außerdem sollte man Kaninchen nie allein oder zusammen mit Meerschweinchen halten. Die beiden Tierarten tun sich meistens nichts, aber sie sprechen nicht die gleiche »Sprache«. (von Bahar Sezer, Rodion Meier, Frederik Bühler, Mehmet Sevindi)

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Begruessung-mit-Hundegebell;art457,645989

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