10. April 2018, 21:46 Uhr

Bald baden wie die Römer?

Seit einiger Zeit plant der Förderverein des Hallenbades Pohlheim ein »Römisches Bad«. EU-Gelder sollen 65 Prozent der Kosten decken. Ein entsprechender Antrag ist bereits gestellt. Doch die Bewilligung steht noch aus.
10. April 2018, 21:46 Uhr
Geht es nach dem Förderverein des Hallenbades Pohlheim, sollen sich die Badegäste wie die Römer fühlen können. Sie planen eine Niedrigtemperatur-Sauna, angeschlossen an den bestehenden Sauna- und Freihofbereich. (Foto: ldt)

Das Projekt »Römisches Bad« war das bestimmende Thema auf der vergangenen Jahreshauptversammlung des Fördervereins Hallenbad Pohlheim (die GAZ berichtete). Aber wo und was soll nun genau entstehen? Und vor allem: wer finanziert das durchaus interessante Vorhaben? Karl-Rudolf Schön, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins, gibt im Gespräch mit dieser Zeitung Auskunft.

Geplant sei eine Niedrigtemperatur-Sauna ohne Aufgüsse, sagt Schön: »Die Römer nannten das früher ›Hypokaustum‹«. Direkt an die bestehende Saunaanlage und den Freihof angeschlossen, soll ein Atrium gebaut werden. »Also ein quadratischer Hof mit Wasserbecken und Säulen«, erklärt Schön. Dort sollen Bänke gemauert und gefliest werden, die indirekt erwärmt werden.

»Die Römer heizten die Bänke durch die Warmluft eines offenen Feuers. Das haben wir nicht vor«, so Schön weiter. In Pohlheim sollen die Bänke durch einen Warmwasser-Anschluss erwärmt werden. Für Optik und Flair würden die Säulen mit Rankpflanzen begrünt.

Um das Bad so authentisch wie möglich zu gestalten, seien Römische Bäder im nahe gelegenen Kastell Arnsburg zur Grundlage genommen worden. »Es soll in Verbindung zum Weltkulturerbe Limes entstehen«, hält der Vorsitzende fest.

Kosten soll das neue Bad insgesamt 270 000 Euro, so die Schätzungen. Und wer finanziert das Ganze? Schön: »Wir haben uns viel Mühe gemacht und einen Förderantrag für EU-Mittel gestellt.« Der Bescheid werde im Mai erwartet. »Wir gehen davon aus, dass es klappt«, sagt Schön. Bislang stünden dem Projekt alle Gremien positiv gegenüber, auch das Amt für den ländlichen Raum in Wetzlar, das für den Landkreis Gießen zuständig ist.

Allerdings würde die EU-Förderung nur rund 65 Prozent der Kosten decken. »Den Rest übernehmen die Stadt Pohlheim und Fernwald, das wurde bereits zugesagt«, sagt Schön.

Einen Bauantrag haben die Verantwortlichen ebenfalls schon gestellt. Er wurde im vergangenen Dezember bei den zuständigen Stellen eingereicht. Die Pläne dafür wurden zusammen mit Architekten der Limes-AG und der Denkmalschutzbehörde entwickelt.

Und wenn das Projekt nicht bewilligt wird? Daran möchte Vorstandsboss Schön gar nicht nachdenken: »Wider Erwarten müssten wir uns dann etwas Neues ausdenken«, sagt er.

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