01. November 2018, 20:39 Uhr

Freibad Laubach

»Bahn frei« für Freibadsanierung

Senkte sich der Wasserspiegel in den Vorjahren nach der Saison um 60 bis 70 Zentimeter ab, sind es diesmal bereits 100 Zentimeter. Im September noch zurückgestellt, scheinen sich die Stadtväter jetzt einig: Einstimmig empfahl der Haupt- und Bauausschuss dem Plenum, den Grundsatzbeschluss pro Sanierung zu fassen.
01. November 2018, 20:39 Uhr
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Von Thomas Brückner
Wegen Instandhaltungsarbeiten kommt Laubachs Freibad leer daher, die Wiederbefüllung für den Winter aber läuft bereits. Die grundhafte Sanierung ist jetzt Mehrheitsmeinung, ob aber der Entwurf der Bäderarchitekten (Skizze mit Brücke) zum Zuge kommt, ist offen. (Fotos: tb)

»Freibad Laubach kann das Wasser nicht halten«, titelte diese Zeitung Anfang Juli. Daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: Senkte sich der Wasserspiegel in den Vorjahren nach der Saison um 60 bis 70 Zentimeter ab, sind es diesmal bereits 100 Zentimeter. Im September noch zurückgestellt, scheinen sich die Stadtväter jetzt einig: Einstimmig empfahl der Haupt- und Bauausschuss dem Plenum, den Grundsatzbeschluss pro Sanierung zu fassen.

Deren Kosten, inklusive Attraktivierung des Bades, werden laut Studie der Balneatechnik GmbH bis zu 4,2 Millionen Euro betragen. Die Stadt kalkuliert mit einem Landeszuschuss von 1,17 Millionen Euro und 76 000 Euro an Spenden. Für den Eigenanteil sollen 2,2 Millionen Euro aus der »Hessenkasse« entnommen, 900 000 Euro kreditfinanziert werden.

Die Ausschussempfehlung erfolgte unter zwei Prämissen: Die Ausführungsplanung, Erhalt der »Kubatur« oder nicht, bleibt offen. Und parallel zur Planung werden betriebswirtschaftliche Aspekte stärker beachtet, das Hallenbad darin einbezogen.

Untermauert wurde der Sanierungsbedarf im Ausschuss durch Schwimmmeister Daniel Heil. Er machte den rapiden Wasserverlust anschaulich: »Die Gewöhnungstreppe war nach nur drei Wochen komplett frei.« Ursache könnte ein Defekt an Leitung oder am Schieber und/oder Schäden an den Beckenfliesen sein. Sicher ist das nicht, zumal der unterirdische Umgang nicht komplett ums Becken herum führt. Dass ohne Befüllung im Winter Frostschäden sowie ein erhöhter Reinigungsaufwand zum Saisonstart resultiere, fügte der Schwimmmeister an.

 

Riesenrutsche vom Minigolfplatz?

»Setzen wir das um, hätten wir ein Alleinstellungsmerkmal«, machte Heil seine Haltung zur Balnea-Planung klar. Die sieht vor allem eine neue Technik, bis auf drei lange Bahnen getrennte Becken, aber auch eine neue Rutsche, Planschbecken und Massageliegen vor. Befragt zu den Wünschen der Besucher: Allseits gelobt werde die schöne Anlage, bei der Liegewiese in Hanglage gebe es ein Für und Wider, einmütig kritisiert aber werde fehlende Abtrennung des Nichtschwimmerbereichs. Der sei überdies zu klein für bei Kindern beliebte Spielgeräte, die sich zudem kaum mit den Interessen der Schwimmer vereinbaren ließen.

Auf Nachfrage Dirk Hofmanns (FBLL) verneinte Heil einen erhöhten Personalbedarf bei Umsetzung der Pläne. Dessen bedürfte es nur, sofern eine Riesenrutsche vom Ex-Minigolfheim ins Becken gebaut würde. Nicht nur Grünen-Sprecher Michael Köhler sprach sich für die Grundsanierung, inklusive Edelstahlwanne, aus. Bedenken aber äußerte er zur Änderung der »Beckenkubatur«: Die Abtrennung mit einer »Landzunge«, die zur Brücke über drei Bahnen wird, käme erheblich teurer. Keiner jedoch wisse, was das an Besuchern bringe, »selbst wenn wir eine Alleinstellung zwischen Äquator und Nordpol haben«. Prämisse sollte daher sein: »Rückholbarkeit«. Am Ende stand die Zusicherung Bürgermeister Klugs zu prüfen, ob eine Abkehr vom Entwurf »förderschädlich« wäre und der Grundsatzbeschluss pro Sanierung, bei Enthaltung von CDU und SPD.

Zwischen 2013 bis 2018 lockte das Freibad im Schnitt 16 000 Besucher pro Jahr. Mehr als die Hälfte der Gesamtbesucherzahl (inklusive des Hallenbads) kamen in nur vier Monaten. Diesen Sommer waren es gar 22 000, bei bislang 10 500 im Hallenbad.



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