21. Oktober 2019, 22:11 Uhr

Bagger stehen noch still

21. Oktober 2019, 22:11 Uhr
Auf der Langsdorfer Höhe sollten gestern die Bauarbeiten für das Logistikzentrum beginnen, aber die Bagger standen still. (Foto: ti)

Am Freitag vorvergangener Woche erteilte der Landkreis die erste Baugenehmigung für das geplante Logistikzentrum in Lich. Gestern sollten die Profilierungs- beziehungsweise Erdarbeiten auf der Langsdorfer Höhe beginnen. Doch die Bagger standen still. »Wann die beauftragte Baufirma mit sichtbarer Aktivität beginnt, steht selbstverständlich auch ein Stück weit in deren Ermessen - solange die vereinbarten Termine zur Fertigstellung eingehalten werden«, sagte Dr. Wolfgang Dietz, Vorstandsvorsitzender der Dietz AG, dazu gestern auf Anfrage. Wenn es tatsächlich losgeht, wird das Grundstück laut Dietz zunächst »vorbereitet, um überhaupt bauen zu können«. Der Unternehmer schätzt, dass dies etwa zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen wird. Anfang 2020 soll dann der »sichtbare Hochbau« beginnen - Fertigteile, die vor Ort zusammengesetzt werden.

Dafür allerdings bedarf es der sogenannten »Hauptbaugenehmigung«, die noch aussteht. »Diese wurde bereits beantragt, aber noch nicht erteilt, da vorher die von der Dietz AG zuletzt in den Gremien der Stadt Lich vorgestellten, abgeänderten Pläne eingereicht werden müssen«, teilte die Kreispressestelle auf Anfrage mit.

Die Licher Bürgerinitiativen gegen das Logistikzentrum indes haben gestern Abend einen Verein gegründet, der sich »Bürger für ein lebenswertes Lich« nennt und sich die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger Zwecke auf die Fahnen geschrieben hat. Erster Vorsitzender ist Magnus Schneider, zweiter Dr. Walter Schmitz. Die Aufgaben des Schatzmeisters übernimmt Martin Seifert.

Was allerdings den Plan der Logistikzentrum-Gegner, den Rechtsweg zu beschreiten, betrifft, steht die Entscheidung über die genaue Vorgehensweise immer noch aus. »Ich hoffe, dass wir in den nächsten Tagen Klarheit haben«, sagt der Öffentlichkeitsbeauftragte Burkhard Neumann. Er setzt auf die Zauneidechse, über die man in den vergangenen Wochen neuere Erkenntnisse erhalten habe. Möglicherweise, so Neumann, lasse sich so der NABU als Klagesteller gewinnen. Denn fest steht: Weder die Bürgerinitiativen selbst noch der Verein können eine solche erheben, da beide nicht direkt von dem Bau betroffen sind. Nach wie vor liefen deshalb Gespräche, auch mit Juristen.

Um all das kümmern sich seit Anfang Oktober zwei Arbeitsgruppen, die sich mehrmals pro Woche treffen. Die eine beschäftigt sich mit dem Thema Klage, die andere mit der Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung. Um letztere im Klagefall zu ermöglichen, würden bereits finanzielle Mittel gesammelt, sagt Neumann.

Beim Investor sieht man der angestrebten Klage relativ gelassen entgegen. »Wir haben das prüfen lassen und sehen keine echten Angriffspunkte«, sagt Dr. Wolfgang Dietz. Ein gewisses Restrisiko bestehe bei juristischen Streitigkeiten allerdings immer.

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