Laubach (tb). Münster will wachsen. Geht es nach dem Ortsbeirat, werden unterhalb der Heidstraße, im Anschluss an das alte Neubaugebiet »Am Rotäcker« 15 Bauplätze à 600 Quadratmeter erschlossen. Laut Ortsvorsteher Klaus Dieter Schmitt sei das Baugebiet mit den Richtlinien des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) vereinbar, stehe nicht in Konkurrenz zu der mit Vorrang versehenen Innenentwicklung. Das freilich sieht man bei der Stadt etwas anders: Wie Bürgermeister Peter Klug auf Anfrage dieser Zeitung sagte, sei die Prüfung dieser Frage bei der federführenden Abteilung für den ländlichen Raum bereits auf dem Weg. Der Rathauschef setzt zumindest auf eine Ausnahmegenehmigung, sofern die Landesbehörde eine »IKEK-Kompatibilität« verneinte.

Bedarf steht außer Frage

Zur Erinnerung: Laubach hatte 2013 mit Erfolg die Aufnahme in die Dorferneuerung beantragt. Das auf zehn Jahre ausgelegte Förderprogramm des Landes wurde bekanntlich neu strukturiert, nicht mehr ein einzelner Ort, die gesamte Großgemeinde steht jetzt im Blickpunkt. Laubach wurde eine Fördersumme von einer Million Euro bewilligt, wovon ein Großteil bekanntlich in die Neugestaltung des Marktplatzes fließen soll. In Zeiten des Bevölkerungsschwundes sollen mit dem Programm die Ortskerne gestärkt werden – neue Baugebiete auf der »grünen Wiese« sind ausgeschlossen.

Von daher, so Martin Bouda als Leiter der städtischen Bauverwaltung, sei der Wunsch des Ortsbeirats, da die Fläche vollends im Außenbereich liege, an sich »nicht genehmigungsfähig.« Zumal es in Laubach keinen »Boom« bei der Bevölkerungszahl gebe.

Abzuwarten bleibt also zunächst die Antwort aus der Abteilung für den ländlichen Raum. Apropos Warten: Wieder Klug machte darauf aufmerksam, dass gemäß Parlamentsbeschluss als nächstes Baugebiet Röthges an der Reihe sei. Von daher würden noch einige Jahre ins Land gehen, bis Münster an die Reihe komme. Mag sein, erst nachdem Laubach aus dem IKEK-Programm raus ist, besagte Beschränkungen nicht mehr gelten. Dennoch will er sich für eine frühzeitige Planung bzw. entsprechende Magistratsvorlage starkmachen. Nicht nur, um im Falle einer Ausnahmegenehmigung gewappnet zu sein: Schon der Planungsbeschluss für ein Baugebiet, so Klug, könne die Nachfrage nach Bauland weiter erhöhen.

Dass der Bedarf in Münster gegeben ist, steht für Ortsvorsteher Schmitt außer Frage: Dies sei zuletzt beim »Zukunftsworkshop« deutlich geworden. Und korrespondiere auch mit einem Einwohnerzuwachs von »drei Prozent in den letzten Jahren«. Wie er in der Pressemitteilung (GAZ vom Montag) im Weiteren erklärt hatte, würde mit einer Erschließung »Auf dem Bleul/Heidgraben« nur ein Plan der Stadt umgesetzt, der in den 1990ern am Grunderwerb gescheitert gewesen sei. Beim neuen Anlauf sollten diese Parzellen von vorneherein aus dem Umlegungsverfahren ausgeklammert werden.

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