14. November 2017, 19:05 Uhr

Ausdruck von Zweifel und Gottvertrauen

14. November 2017, 19:05 Uhr
Dekan Norbert Heide, Bürgermeister Frank Ide und Pfarrer Eberhard Hampel (v. l.) enthüllen mit dem Lutherkopf ein »Nach-Denkmal« vor der Stadtkirche. (Foto: fp)

Der Lutherweg ist um eine Station des Innehaltens reicher: Am Samstag wurde vor der Grünberger Stadtkirche feierlich ein »Nach-Denkmal« eingeweiht, eine Station, die zum Nachdenken über das Wirken des Reformators anregen soll. So kam auch der Name für die Skulptur zustande, führte Pfarrer i. R. Hartmut Miethe in seiner Einführung aus. Er dankte der Initiativgruppe, die sich mit der Idee bei den Vorbereitungen auf das Reformationsgedenkjahr beschäftigt hatte. Miethe lobte zudem Künstler Thorsten Sauer, der viel Feingefühl in die Aufgabenstellung eingebracht hatte.

Von Anfang an sei klar gewesen, dass es sich in der Darstellung nur um den Mönch Martin Luther im Zeitfenster von 1517 bis 1521 handeln könne. Als Grundlage diente ein Kupferstich von Luckas Cranach dem Älteren aus dem Jahr 1520, der von Sauer eine hervorragende Durchdringung erfuhr. Der Entwurf überzeugte und fand durch Guss und Nachbehandlung eine weitere Steigerung. Es komme »die erstaunliche Spannkraft Luthers zum Ausdruck, der ihn alle Zerreißproben durchhalten ließ«. Energie, durchgestandene Zweifel und Gottvertrauen hätten ihn in diesen Jahren geprägt, aber auch Ängste und Schlaflosigkeit, so Miethe .

Ein Ort des Verweilens ist so an der Stadtkirche entstanden, der an den Thesenanschlag ebenso erinnert wie an Luthers Aufenthalt 1521 in Grünberg. Weiterhin weisen das Modell des Lutherhauses auf dem Marktplatz und die Plakette an eine alte Lutherlinde auf dem alten Friedhof auf das Verweilen des Reformators hin.

Miethe hob die Leistungen der Initiativgruppe hervor, dankte insbesondere Wolfgang Hofheinz für die Realisierung sowie Winfried Nau für die finanzielle Organisation. Neben der hessischen Landeskasse beteiligten sich die Sparkassen-Stiftung, die Volksbank Mittelhesssen sowie die Familien Dirk Bender, Ulrich Horst, Uwe Holmelin, Alfred Miethe und Alexander Tischer, wie auch der Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde an der Finanzierung.

Zahlreiche Wanderer waren zuvor der Einladung von Stadt, Dekanat und Kirchengemeinde gefolgt und hatten sich auf einen »Spaziergang mit Martin von Kloster zu Kloster« begeben. Los ging es an der Kirche auf dem Wirberg, in der Dekan Norbert Heide eine Morgenandacht hielt. Hartmut Miethe gab einen Einblick in die Geschichte des Klosters. Auf dem Pilgerweg nach Grünberg gab es einen weiteren geistlichen Impuls an der Kirche in Göbelnrod. Stadtführerin Heike Leise führte in die Geschichte von Antoniter- und Franziskanerkloster ein.

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