01. Mai 2019, 22:51 Uhr

Aufzug oder Rampe?

01. Mai 2019, 22:51 Uhr
Die elf Treppenstufen sind für Rollstuhlfahrer ein unüberwindbares Hindernis. Doch eine einfache Lösung zeichnet sich bisher nicht ab. (Foto: con)

Elf Stufen zählt die Treppe zwischen der Leihgesterner Kirche und dem Friedhof. Eigentlich nur ein kurzer Weg, aber für Rollstuhl- oder Rollatorenfahrer ein nahezu unüberwindbares Hindernis, vor allem wenn man alleine unterwegs ist. Deshalb trat vor mittlerweile drei Jahren der Kirchenvorstand mit der Bitte an die Stadt Linden heran, einen barrierefreien Aufgang von der Kirche zum Friedhof zu schaffen. Der Grund dafür ist, dass immer mehr Trauerfeiern in der Kirche stattfinden und von dort führt der einzige zeitnahe Weg zum Friedhof die elf Stufen der Friedhofstreppe hinauf. Von Seiten des Kirchenvorstands wäre ein barrierefreier Aufgang die einfachste Lösung für das Problem – doch »so einfach geht das leider nicht«, sagte Bürgermeister Jörg König bei einer Ortsbegehung am Montagabend.

Einwand der Denkmalschutzbehörde

»Für einen barrierefreien Aufgang müsste man einen Zugang vom Ehrenmal aus zum Friedhof schaffen«, erklärte der Bürgermeister. Das wäre zwar bautechnisch kein großes Problem, aber hier hat die Denkmalschutzbehörde noch ein Wort mitzusprechen: »Als wir die Planungen der Denkmalschutzbehörde vorstellten, sagte diese, dass eine Verlängerung des Weges und ein Weg am Denkmal vorbei dessen einzigartigen Charakter negativ beeinflussen würde«, erklärte König. Das bedeutet: Eine Verlängerung des Zugangs am Ehrenmal vorbei kommt für die Denkmalschutzbehörde nicht infrage.

Die Behörde schlägt stattdessen einen Aufzug an der Friedhofstreppe vor: »Das ist das einzige Projekt, das die Zustimmung der Behörde bekommen würde«. Doch ein Aufzug würde zu ganz anderen Problemen führen: Lange Wartezeiten, besonders wenn mehrere Personen diesen nutzen müssten. Das sahen zumindest die Teilnehmer der Ortsbegehung so. »In Zukunft werden immer mehr Menschen mit Rollatoren hier unterwegs sein – das würde zu noch mehr Wartezeiten führen«, sagte der Bürgermeister.

Auch eine weitere Option steht im Raum: Auf der anderen Seite der Kirche könnte man einen Zugang über den Parkplatz der Volksbank schaffen. Dort befindet sich ein Stück Mauer, das man für einen Zugang wohl öffnen könnte. Allerdings würde das auch mit einem deutlich verlängerten Weg für die Trauergäste einhergehen und ein weiterer Planungsaufwand würde im Raum stehen. Auch das Ersetzen der Treppe durch eine Rampe ist nicht so ohne weiteres möglich: Um als barrierefreier Zugang zu gelten, darf eine maximale Steigung von sechs Prozent nicht überschritten werden.

Das wäre bei den mehr als zwei Meter Steigung eine über 30 Meter lange Rampe, die bereits mitten im Friedhofsgelände enden würde. Eine verzwickte Situation, für die es am Montag noch keine Lösung gab – allerdings kam einem Lindener Bürger eine weitere Alternative in den Sinn, die beim Bürgermeister sofort auf offene Ohren stieß: nur eine teilweise Veränderung der Treppe in eine Rampe: Diese könnte dann über die bisherige Grünfläche am Friedhofseingang geführt werden, direkt hinter dem Ehrenmal entlang. Dieses würde so nicht beeinträchtigt. Ein Vorschlag dem jetzt auch nachgegangen werden soll.

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