04. Januar 2017, 19:32 Uhr

Aufschub um ein Jahr

Erfreuliche Wende für die armenische Familie in Lahnau, der zu Weihnachten die Abschiebung aus Deutschland in die Heimat drohte (die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete einen Tag vor Weihnachten). Die Familie kann vorerst bleiben; das Verfahren am Verwaltungsgericht in Gießen, von dem über das Bleiberecht der Familie entschieden wird, findet voraussichtlich in rund einem Jahr statt. Darüber informiert die Lahnauer Lehrerin Nani Behrendt unter Berufung auf lokale Flüchtlingshelfer und den Anwalt der Familie.
04. Januar 2017, 19:32 Uhr
Erfreuliche Wende für die armenische Familie in Lahnau, der zu Weihnachten die Abschiebung aus Deutschland in die Heimat drohte (die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete einen Tag vor Weihnachten). Die Familie kann vorerst bleiben; das Verfahren am Verwaltungsgericht in Gießen, von dem über das Bleiberecht der Familie entschieden wird, findet voraussichtlich in rund einem Jahr statt. Darüber informiert die Lahnauer Lehrerin Nani Behrendt unter Berufung auf lokale Flüchtlingshelfer und den Anwalt der Familie.
Vor dem Verwaltungsgericht zählt dann die Frage, ob die Familie in Armenien politisch verfolgt ist. Gegen einen ablehnenden Entscheid könne dann wieder Einspruch eingelegt und ein sogenanntes Petitionsverfahren angestrebt werden. Die Lehrerin der Lahntalschule in Atzbach hatte den Fall öffentlich gemacht, da sie eines der Kinder der betroffenen Familie unterrichtet. Mitschüler hatten in der Adventszeit mehr als 700 Unterschriften gesammelt, um das Bleibe-Anliegen der Familie zu unterstützen.
Die Familie war 2016 aus Armenien nach Deutschland gekommen, um eine schwere Erkrankung des Vaters behandeln zu lassen. Die medizinische Versorgung in der Uni-Klinik in Gießen ist nach Darlegung der Helfer noch nicht abgeschlossen, eine Weiterbehandlung in Deutschland notwendig. Herr K. geht in einem Kindergarten leichten Hausmeistertätigkeiten nach, die Kinder besuchen erfolgreich die Lahntalschule, die Mutter würde gerne wieder ihrem Beruf als Krankenschwester und Hebamme nachgehen. Dass eine Familie abgeschoben werden solle, die sich derart integriere, sei es in der Schule, der Gemeinde oder der Feuerwehr, die jegliche Unterstützung der Flüchtlingshilfe in Lahnau dankbar angenommen und jederzeit versucht habe, sich anzupassen, sei »eine unglaubliche Unrechtmäßigkeit und nicht hinnehmbar«, erklärten die Unterstützer. Die gesamte Schulgemeinde hat sich für eine Aufenthaltsgenehmigung und gegen eine Abschiebung der Familie ausgesprochen.

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