21. April 2017, 19:09 Uhr

Auf der Spur der Edelweißpiraten

21. April 2017, 19:09 Uhr
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Von Constantin Hoppe

Jugendliche, die gegen ein Unrechtsregime vorgehen, Flugblätter anfertigen, Wände mit Parolen versehen oder später auch Bomben legen – das waren die Edelweißpiraten im Dritten Reich. Die Jugendgruppe entstand als Gegenpart zur Hitlerjugend im Rhein-Ruhr-Gebiet. Wie entsteht politischer Widerstand trotz aller Gefahren? Dieser Frage versucht Dirk Reinhardt in seinem Roman »Die Edelweißpiraten« nachzugehen.

Der Jugendbuchautor beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte der damals verbotenen Jugendgruppen und hielt die Geschehnisse in seinem Roman fest. Dabei sind, wie in einem Roman üblich, alle Figuren frei erfunden. Die Erlebnisse hingegen stammen aus Berichten von Überlebenden oder Tagebucheinträgen. Am Donnerstag stellte der Autor seinen Roman in der Friedrich-Magnus-Gesamtschule vor Schülern der Abschlussjahrgänge vor.

Nur wenige überleben

Die Wut über ihre Situation, die Perspektivlosigkeit und die Unterdrückung durch das Nazi-Regime bewegte damals hunderte Jugendliche, sich in den illegalen Jugendgruppen zu organisieren und Widerstand zu leisten. So auch im Roman. Doch die Gestapo setzt alles daran, um die Schuldigen für die Aktionen zu finden und so kommt es auch zu der ersten Begegnung des Protagonisten mit der Kölner Abteilung der »Geheimen Staatspolizei«. »Gestapo, das ist ein Wort, wo es einem kalt den Rücken herunterläuft – man hofft, das man mit diesen Kerlen nie etwas zu tun hat«, berichtet der Protagonist in einem Tagebucheintrag. Was passiert mit denen, die gefasst werden? Mit Glück geht es dann ins Jugendgefängnis – oder mit Pech nach Mohringen, ins Jugend-KZ. Einige Hunderte Jugendliche trafen sich damals in den Gruppen – weniger als die Hälfte von ihnen überlebte die Kriegszeit.

Das Thema beschäftigt Reinhardt schon lange: »Schon in meiner Jugend sind wir gerne nach Köln gefahren, um dort etwas zu unternehmen. Dabei haben wir auch immer wieder Gerüchte über die Edelweißpiraten gehört.« Daraus entwickelte sich eine Begeisterung für das Thema. Auch bei den Schülern kam das Buch gut an: »Man merkt, dass der Erzähler im Roman ein Jugendlicher ist, so wie es geschrieben ist«, bemerkten Anna Habenicht und Hanna Högel aus der G10a. Allerdings haben sie auch nur wenig Neues dabei erfahren: »Wir haben das Thema auch schon im Unterricht durchgenommen.« (Foto: con)



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