09. Februar 2017, 20:25 Uhr

Asyl ist Menschenrecht

09. Februar 2017, 20:25 Uhr
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Aus der Redaktion
Die überarbeitete Ausstellung bietet den Besuchern auch Informationen zum EU-Türkei-Deal. (Foto: dis)

Asyl ist ein Menschenrecht. Doch nicht erst seit Ereignissen wie die Kölner Silvesternacht 2015/2016, dem Flüchtlingsabkommen mit der Türkei oder der Weigerung einiger EU-Staaten, mehr Geflüchtete aufzunehmen, ist es auch in Grünberg ein diskutiertes Thema. Nicht nur Gesprächsstoff, sondern auch Informationen über die vielen damit verbundenen Aspekte soll die neue Ausstellung »Asyl ist Menschenrecht« geben, die nun im Foyer des Rathaus eröffnet wurde.

Bürgermeister Frank Ide erinnerte sich in seinem Grußwort etwa an eine kontroverse Diskussionen bei einer Informatiosveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Lumda. Flucht und Vertreibung, aus welchen Gründen auch immer, seien ein allgegenwärtiges Thema, mit dem sich Politik und Gesellschaft auseinandersetzten müsse.

Rassisten werden lauter

Klaus-Peter Kreuder hielt in Vertretung des erkrankten Reinhard Ewert eine Einführung. Er erklärte, dass die Ursache für Flucht zwar im Mittelpunkt der Schau stehe, doch gehe diese vertiefend und kritisch auf die europäische und deutsche Reaktion auf die Flüchtlinge ein. In bewegenden Bildern und umfassenden Informationen werde der Weg der Flüchtlinge von ihrer Flucht aus der Heimat bis hin zur Ankunft in Europa, Deutschland und den Kommunen gezeigt. Themen sind unter anderem Fluchtwege und Gefahren – hier wird der Fokus auf die Länder Syrien und Irak gelegt – der Weg über den Balkan, der EU-Türkei-Deal, Asylverfahren und Gesetze sowie die Lebensbedingungen in Deutschland.

Bereits 2015 war die Ausstellung schon einmal zu Gast, wurde seitdem jedoch umfassend überarbeitet und auf den aktuellen Stand gebracht. Seitdem wurden in Deutschland und anderen Staaten die rassistischen und rechtsradikalen Stimmen lauter, sagte Kreuder. Er dankte allen in Grünberg ehrenamtlich arbeitenden Flüchtlingsbegleitern für ihr Engagement in den letzten beiden Jahren. Die Betreuung von Familien und Einzelpersonen, die Treffen im SOFA und das fertiggestellte Grünberger Konzept zur Integration von Flüchtlingen, »FLINK« genannt, seien kleine wichtige Bausteine auf dem Weg zu einem erfolgreichen Integrationsprozess.

Bettina Wege-Lemp von der Grünberger Diakonie erinnerte an bedeutende Flüchtlinge in der Geschichte des Christentums: Abraham, Jakob, David, ja selbst Jesus waren zeitweise auf der Flucht und wurden unter teils schwierigen Umständen in der damaligen Zeit aufgenommen. Die Bereitschaft der Industrieländer, Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren, sei dagegen nach wie vor enttäuschend gering. Beim Versuch, in die EU zu gelangen, seien bereits tausende Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Das Wort für »Fremder« sei in der Bibel gleichbedeutend mit »Gast«. Sie aufzunehmen sei gelebte Gastfreundschaft.

Die Ausstellung kann noch bis zum 24. Februar zu den Öffnungszeiten des Grünberger Rathauses besucht werden. Für einen Euro kann man eine Infobroschüre erwerben. Unterstützt wird »Asyl ist Menschenrecht« von der IGM, dem DGB, Brot für die Welt, der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und der Stiftung für die internationalen Wochen gegen Rassismus.



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