28. März 2018, 11:23 Uhr

Bürgermeisterkandidatin

Anja Asmussen zieht Kandidatur zurück

Anja Asmussen tritt nicht zur Bürgermeisterwahl in Langgöns an. Die Sozialdemokratin ist schwer erkrankt.
28. März 2018, 11:23 Uhr
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Von Patrick Dehnhardt
Anja Asmussen (2.v.l.) freut sich bei ihrer Nominierung über das deutliche Votum mit Bürgermeister Horst Röhrig (l.) und der stellvertretenden Langgönser SPD-Vorsitzenden Kristine Tromsdorf sowie Unterbezirkschef Matthias Körner. Jetzt ist sie erkrankt und muss ihre Kandidatur zurückziehen. (Foto: srs)

Der Wahlkampf in Langgöns hatte bereits Fahrt aufgenommen, Kandidatin Anja Asmussen zu ihren ersten Terminen eingeladen. Am Dienstagabend zog sie überraschend ihre Kandidatur zurück. Der Grund: Asmussen ist erkrankt.

»Eine aktuell diagnostizierte Krebs-Erkrankung erfordert – auch auf ausdrücklichen ärztlichen Rat – meine ganze Kraft und mein volles Engagement für die noch anstehenden medizinischen Maßnahmen, um wieder vollständig gesund zu werden«, schreibt sie in einer Pressemitteilung.

Asmussen dankt allen, die sie bis zu diesem Punkt unterstützt haben. »Im bisherigen Wahlkampf wurde mir von vielen Seiten große Sympathie und Wertschätzung bekundet«, schreibt sie.

»Leider bin ich jetzt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, meine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl in Langgöns weiter wahrzunehmen und aufrecht zu erhalten. Mit schwerem Herzen will und muss ich daher dem ärztlichen Rat folgen und ziehe somit gezwungenermaßen meine Kandidatur zur Bürgermeisterinnenwahl in Langgöns zurück.«

 

Parteigremien tagen über Ostern

Gerald Dörr übernimmt nun zunächst als Vertretung den Parteivorsitz der SPD Langgöns. »Das ist unfassbar. Aber es vermittelt, wie einige Dinge dann komplett in den Hintergrund geraten, egal wie wichtig Politik ist«, sagte er im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Am Dienstagabend habe der Ortsverein die Nachricht auf seiner Sitzung erhalten. »Wir sind und bleiben davon überzeugt, dass Anja Asmussen eine hervorragende Bürgermeisterkandidatin ist und eine ebenso hervorragende Bürgermeisterin geworden wäre.«

Auch Bürgermeister Horst Röhrig (SPD) zeigte sich betroffen. »Das ist ein Schlag in die Magengrube«, erklärte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Für den Rückzug Asmussens hat er volles Verständnis: »Da geht die eigene Gesundheit vor.«


Marius Reusch (CDU) war der politische Gegner im Kampf um das Bürgermeisteramt in Langgöns. »Das muss man erst einmal ein paar Tage sacken lassen«, sagte er zum Rückzug von Asmussen auf Anfrage dieser Zeitung. Er kenne sie seit Jahren persönlich, da fühle man in so einer Situation mit. »Da denkt man nicht an Wahlkampf.« Den bisherigen Wettbewerb mit ihr lobte er als sehr fair und respektvoll. Er könne sich vorstellen, dass dieser Schritt Asmussen nicht leicht gefallen sei. »Man steckt in eine Kandidatur viel Arbeit und Planung.«


Wie es nun weiter geht, wer als SPD-Kandidat im Wahlkampf einspringt – das ist derzeit noch nicht klar. Über Ostern werde die Wahlkampfkommission erneut zusammentreten und beraten, sagte Dörr. Zusammen mit der SPD-Fraktion und dem Ortsverein sollen die Ergebnisse dann in einer gemeinsamen Sitzung beraten werden.


»Ziel ist es, einen neuen Kandidaten zu finden«, sagte Röhrig. Diesen kann die SPD noch bis Ende August nachnominieren.  Er selbst werde aber nicht einspringen: »Nein, das ist keine Option. Das wären noch mal sechs Jahre, das ist eine lange Zeit.« Ziel sei es, einen Kandidaten zu finden, der zur Gemeinde passe und auch eine Chance habe. »Einen Pro-Forma-Kandidaten werden wir nicht aufstellen.« Ähnlich sieht das der stellvertretende Parteivorsitzende Dörr: »Der Wähler soll am 28. Oktober eine Wahl haben.«



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