10. März 2019, 21:56 Uhr

»Alltagstheater« in London

10. März 2019, 21:56 Uhr
Rolf K. Wegst vor seinem Foto »Fun on a Underground Escalator« (Foto: nab)

Es sind große und kleine Geschichten, die Rolf K. Wegst seit Samstag mit seiner neuen Fotoausstellung im Restaurant »Savanne« im Rahmen der Licher Kulturtage erzählt. Zum ersten Mal hat sich der renommierte Theaterfotograf und Fotografiedozent an Straßenfotografie herangewagt. Und dafür war London, die Stadt mit all ihren unterschiedlichen Kulturen und ihrer Lebendigkeit, wie gemacht.

Zufällige Choreographien

Entstanden sind die Werke während einer von Wegst geleiteten Fotoreise im Sommer 2018. Im Gegensatz zu so manch anderer Street-Photography stehen bei Wegsts Bildern keineswegs Licht- und Schattenspiele oder besondere Perspektiven im Vordergrund, sondern die Menschen. »Sie sind keine Statisten, die Fotografien schöpfen ihre Kraft aus den Begegnungen mit den zufälligen Passanten«, machte Journalist Georg Kronenberg, der in die Ausstellung einführte, deutlich. Es gehe bei der Straßenfotografie darum, Alltagsszenen einzufangen, Miniaturen, Kompositionen, die Geschichten erzählen durch ihre Spontanität und Zufälligkeit. Die Schwarzweiß-Fotos, die Wegst mit seiner handlichen Fuji-Kamera eingefangen hat, tragen Titel wie »The Bass Player«, »On The Bench« oder »Young Beauty In The Flea Market«. Ihnen allen ist gemein: Über die Menschen entschlüsselt man die Bilder. Kronenberg: »Durch zufällige Choreographien von Passanten auf Gehwegen, oder mit direktem Blick der Fotografierten in die Kamera geht ein psychologisch geschulter Fotograf mit Einfühlungsvermögen auf die Suche nach Unerwarteten.« Dass er dabei den Menschen mit Respekt begegne, zeichne Wegsts Arbeitsweise aus. »Er bildet nicht erwartbare Klischees ab, sondern lässt sich auf die Menschen ein.« Wegst gleite durch unerwartete Szenen, die kein Regisseur besser hätte arrangieren können.

Der Theaterfotograf taucht in das Alltagstheater der Großstadt ein und trifft dabei den Moment, der die Geschichte erzählt.

Die ausgestellten Fotos haben ganz unterschiedliche Größen – sind manchmal erst auf den zweiten Blick zu sehen. So können die Besucher der »Savanne« auf Entdeckungsreise gehen. Denn Dinge entdecken, bringt Straßenfotografie en passant mit sich.

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