16. Juni 2019, 22:01 Uhr

Alles dreht sich um die Lumda

16. Juni 2019, 22:01 Uhr
Nächtliche Gondelfahrten auf der Lumda. (Fotos: vh)

Das erste Treiser Brückenfest der evangelischen Kirchengemeinde und der Ortsvereine im Jahr 2014 war ein Riesen-Erfolg. Die Menschen im Dorf fragten die Macher um Pfarrer Andreas Lenz immer wieder: Wann macht ihr wieder mal ein Brückenfest? Fünf lange Jahre hatte es nun gedauert, bis in Treis die Lumda erneut für einen Tag im Mittelpunkt stand.

Eine Prozession mit dem hölzernen Friedensengel aus der ev. Michaelskirche und mit viel Trommelgetöse führt gut einen Kilometer an dem Flüsschen entlang. Voran gingen der Pfarrer, Mitglieder des Treiser Lauftreffs, die vierköpfige Percussiongruppe Toktokki (Gießen, Marburg) und die Konfirmanden mit der Holzskulptur, die einst Matthes I. von Oberhessen in kleiner Ausführung für den Altarraum und in XXL-Version für draußen geschaffen hatte. Wenn in Treis etwas Besonderes stattfindet, stellt man möglichst ausgefallene Dinge auf die Beine. Eine Fontäne sprudelte am Wehr. Die Jungs der Breakdancegruppe der TSG Blau-Gold Gießen vollführten aberwitzige Akrobatik. Sie suchen übrigens noch Interessenten für das Training von Breakdance, HipHop und Capoeira.

Eigens für das Brückenfest hatte man im Gießener Mathematikum die so genannte Leonardo-Brücke ausgeliehen. Leonardo da Vinci hatte sich einst eine Bogenkonstruktion ausgedacht, deren Holzbauteile so miteinander verschränkt werden, dass blitzschnell und überall ein Brückenwurf geschehen kann. Das Museumsstück kam mehrfach zum Einsatz, etwa beim Textvortrag von Hanspeter Gruber (Behinderten-Beauftragter der Stadt Staufenberg): Brücken-Bauen bedeutet auch, sich gegenseitig Hilfe zu leisten.

Zum besonderen Gottesdienst, der »Sternstunde«, saßen Hunderte Zuhörer auf dem Brückenplatz. Nach Einbruch der Dunkelheit bewegten sich zwei Floß-Gondeln gemächlich 100 Meter Lumda-abwärts und wieder zurück. Die Gießener Band Lube sorgte für Party-Kracher. Von Gangster-Swing zu Balkan-Ska entwickelte sich auf der Bühne ein schier unbändiges Musikfeuerwerk. Nach dem Glockengeläut um Mitternacht interpretierten Projektchor und Sternstundenband »Über sieben Brücken musst du geh’n«. Die Feierwütigen hielten Lichter in der Hand.

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