24. Oktober 2018, 20:27 Uhr

Abschied mit einem lachenden Auge

24. Oktober 2018, 20:27 Uhr

Nun ist es passiert: Der Frauentreff Heuchelheim – vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben – gehört der Geschichte an. Im Februar 1993 wurde auf einer Rüstzeit des Kirchenvorstands die Idee geboren, zusätzlich zur bestehenden Frauenhilfe ein weiteres Angebot für Frauen zu schaffen. Schon bald wurde von einigen Frauen des Kirchenvorstands tatkräftig mit den Planungen begonnen. Dabei waren Gudrun Böcking, Waltraud Friedel, Margot Gilbert, Karin Klug-Dewald, Margret Kröck und Ingrid Rinn. Die erste Einladung erfolgte am 31. März 1993. Nach 25 Jahren mit vielen abwechslungsreichen Veranstaltungen macht das Team des Frauen-Treffs, zu dem auch die beiden Pfarrerinnen Cornelia Weber und Petra Schramm gehören, nun Platz für neue Ideen in der Gemeindearbeit.

Viel Humor zum Finale

Mit einer letzten Veranstaltung verabschiedete sich der Treff nun von der öffentlichen Bühne mit einer Kabarettveranstaltung in der Martinskirche von seinem Publikum und der Gemeinde: zu Gast war die Kabarrettistin Ulrike Böhmer alias Erna Schabiewsky. Die Martinskirche war anlässlich des rund zweistündigen »Spektakels« außerordentlich gut besetzt. Mittendrin gab es eine halbstündige Pause, in der man sich stärken konnte.

Pfarrerin Cornelia Weber begrüßte die vielen Besucher (in der Mehrzahl Frauen) und freute sich auf den prominenten Besuch: Erna Schabiewsky führte in die Welt der westfälischen Kirche ein – die Frau ist bodenständig und auch Neuem gegenüber stets interessiert.

In ihrem bekannten Outfit (rotes Kostüm, Handtasche und Hut) betrat sie den Kirchenraum mit den Worten »Hallöchen, ich komme aus den Katakomben, Tach zusammen!«. Da ihr der daraufhin einsetzende Applaus etwas zu schwach erschien, erinnerte sie daran, »dass Beifall ein angenehmes Geräusch ist«.

Erna Schabiewsky kommt nach eigenen Angaben »sehr viel rum« und weiß, dass »es in der Kirche drunter und drüber« geht: »Ich selber bin katholisch und rege mich auf über den Bischof, den Pfarrer und über alle mög-lichen Leute«, sagte sie. Mit der Feststellung »was könnte Kirche so schön sein, wenn die Leute nicht wären...« , hatte sie einmal mehr die Lacher auf ihrer Seite. Sie berichtete auch von »ihrem« Herbert: »Der hat nur ein Smartphone, um darauf zu wischen.« Und schließlich: »Ich habe einen Hut auf, sonst platzt mir der Kopf vor lauter Gedanken!«

Ulrike Böhmer hat in ihrem Auftritt die Eigenarten des Miteinanders in evangelischen und katholischen Kirchengemeinden gekonnt aufs Korn genommen: Das Spektrum reichte von den ungeschriebenen Gesetzen in der Gemeindehausküche (»Wie müssen die Löffelchen in den Schubladen liegen? Wie werden die Tassen gestapelt? Und vor allem: Wer darf den Kaffee ausschenken?«) bis zur Kirchenpolitik mit Papst und Kirchenleitung über den Gemeindeausflug mit selbst gemachtem Heidelbeerlikör bis zum Seelsorgegespräch mit der Nachbarin (»Wat sach ich bloß zu de Hilde?«). Nichts Kirchliches und Zwischenmenschliches ist dieser Frau fremd, sie nimmt sich einige Themen kritisch, aber auch charmant und humorvoll vor. So gab es herzlich viel zu lachen und reichlich gute Laune – ein Verdienst der Kabarettistin aus einem Dortmunder Stadtteil. (Foto: vk)

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