13. März 2017, 10:21 Uhr

Bürgermeisterwahl

73 Prozent für Gefeller

Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller ist wenig überraschend wiedergewählt worden. Überraschend dafür die Ergebnisse in Treis und Daubringen. Wie kam es dazu?
13. März 2017, 10:21 Uhr
Peter Gefeller (r.) nimmt die Gratulationen der Gäste entgegen – hier die des CDU-Fraktionsvorsitzenden Wilfried Schmied. (Foto: khn)

Als Stadtverordnetenvorsteher Ernst Hardt um 19.22 Uhr das Ergebnis der Staufenberger Bürgermeisterwahl verkündete, ballte Peter Gefeller kurz eine Faust und drehte sich zu seiner Ehefrau Heike um. Ein Kuss, ein Durchatmen, und dann Applaus. 73,38 Prozent der abgegebenen Stimmen – in Zahlen: 1657 – entfielen auf den Amtsinhaber. Gegen ihn stimmten 26,62 Prozent (601). Die Wahlbeteiligung lag bei 34,15 Prozent (2295). In einer ersten Stellungnahme sagte Gefeller bei der Wahlparty in der Stadthalle, er freue sich über das Ergebnis. »Ich habe auf über 70 Prozent gehofft, und das ist eingetroffen.«

Gefellers Zustimmungswerte lagen in drei von vier Stadtteilen auf einem ähnlichen Niveau. In Staufenberg holte er 75,74 und in Mainzlar sowie in Treis 74,64 Prozent. Ein wenig überraschend gestaltete sich das Ergebnis in Daubringen: Dort holte Gefeller »nur« 66,29 Prozent der Stimmen. Hoppla!? In Treis, wo viele Menschen einem Bürgermeister aus Staufenberg eher skeptisch gegenüberstehen und vom »Burgherr« sprechen, erzielte Gefeller hohe Zustimmungswerte, und in Daubringen nicht?

Claus Waldschmidt, Fraktionsvorsitzender der SPD, wollte diese Zahlen nicht überbewerten. »Über 70 Prozent, das ist ein gutes Ergebnis, auch weil sicher viele, die für Peter Gefeller gestimmt hätten, nicht zur Wahl gegangen sind.« Getreu dem Motto: Ein Kandidat? Die Sache ist doch sowieso schon gelaufen. Gerade in Daubringen habe sich doch viel getan – auch dank des Dorferneuerungs-Programms: Der Friedhof wurde verschönert, das Wiegehäuschen renoviert, und bald soll ein Kulturzentrum folgen. Nein, eine Erklärung für das Daubringer Ergebnis habe er nicht, sagte Waldschmidt. »Aber ein Bürgermeister kann es auch nicht allen recht machen.«

 

Die meisten wählen in Treis

 

Roland Ehmig, Stadtverordneter für die Freien Wähler und gebürtiger Treiser, glaubt, dass das gute Ergebnis Gefellers in »seinem« Stadtteil auch mit dem Politikstil des Bürgermeisters zusammenhänge. »Er setzt seine Versprechen um, er bindet die Menschen mit ein«, sagte er. »Es macht endlich wieder Spaß, Kommunalpolitik in Staufenberg zu machen.«

Wilfried Schmied, Fraktionsvorsitzender der CDU zeigte sich überrascht, dass Gefeller nur 73 Prozent geholt hatte. »Ich hatte mit einem Ergebnis um die 80 Prozent gerechnet«, sagte er. Vielleicht seien die Zahlen ein Anreiz für den Behördenchef, zu überlegen, was er zukünftig anders oder besser machen könne.

Prozentual gesehen gingen die meisten in Treis wählen (29,38 Prozent). Es folgten die Stadtteile Staufenberg (28,29), Mainzlar (25,63) und Daubringen (25,48). Gefeller reagierte zwiegespalten auf die Wahlbeteiligung. Er freue sich, sagte er, dass über 30 Prozent der wahlberechtigten Staufenberger von ihrem Recht Gebrauch gemacht hätten. »Aber auf der anderen Seite ist es traurig, dass so wenige zur Wahl gegangen sind«. Vor 100 Jahren hätten Frauen nicht wählen dürfen, die Deutschen hätten sich ihr Recht, ihre Stimme abgeben zu können, hart erkämpfen müssen.

Ähnlich formulierte es Burkhard Staude von der Grün-Alternativen Liste: »Wenn man bedenkt, was in anderen Ländern los ist, in denen zum ersten Mal eine freie Wahl stattfindet…« Nach einer kurzen Pause ergänzte er: »Die Menschen stehen dort in Schlangen vor den Wahllokalen.«

In einer Schlange standen am Sonntag nur die Gratulanten bei der Wahlparty in der Stadthalle. Unter ihnen war Gefellers Vorgänger Horst Münch, die Bürgermeister-Kollegen Dr. Bernd Wieczorek (Lollar), Kurt Hillgärtner (Rabenau), Lars Burkhard Steinz (Heuchelheim), Udo Schöffmann (Pohlheim), Frank Ide (Grünberg), Annette Bergen-Krause (Allendorf/Lumda), Landrätin Anita Schneider und SPD-Bundestagskandidat Matthias Körner. Im Anschluss an die offizielle Feier zogen Gefeller und einige seiner Gäste weiter in den Gasthof zum »Schwanen« in Mainzlar.

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