05. Juni 2017, 18:00 Uhr

Bürgermeisterwahl

3 Fragen – 4 Antworten zu Hungens Bürgermeisterwahl

Am kommenden Wochenende haben die Hungener Bürger die Wahl. Doch was sagen die vier Fraktionsvorsitzenden zur Arbeit von Bürgermeister Wengorsch, dem einzigen Kandidaten?
05. Juni 2017, 18:00 Uhr
Steht wieder zur Wahl: Hungens Bürgermeister Rainer Wengorsch. (Foto: us)


Erste Frage: Was bewerten Sie an der Arbeit von ­Bürgermeister Rainer Wengorsch positiv?

 

Norbert Marsfelde
Norbert Marsfelde

Norbert Marsfelde (CDU): Die CDU-Fraktion ist sehr zufrieden mit der Arbeit von Rainer ­Wengorsch. Hervorzuheben ist, dass die Grund- und Gewerbesteuer seit 2014 nicht erhöht wurde. Zudem fand in den letzten drei Jahren eine erfolgreiche Haushaltskonsolidierung statt. Die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung weisen seit 2014 stabile Preise auf. Positiv sehe ich auch die Leistungen für Vereine und ehrenamtliche Gruppen, den Erhalt des Freibades und die Beteiligung an der Dreifeld-Sporthalle. Ebenso sind die Entwicklung von Bau- und Gewerbegebieten, die Förderung von Kita-Angeboten, die Sanierung des Bahnhofsgebäudes sowie die Verbesserung des Einzelhandels und der Stadtentwicklung zu nennen. Rainer Wengorsch hat jederzeit ein offenes Ohr für die Bürger.
 

Christian Fellner von Feldegg
Christian Fellner von Feldegg

Christoph Fellner von Feldegg (SPD): Wenn man das Wahlprogramm der SPD Hungen zur Kommunalwahl 2016 durchblättert, stellt man fest, dass Rainer Wengorsch wichtige Punkte erfolgreich umgesetzt hat. Dazu zählen u. a. der Klimaschutzmanager und die Stelle in der Flüchtlingsbetreuung. In der Flüchtlingsfrage hat Rainer Wengorsch insgesamt eine sehr bemerkenswerte Haltung bewiesen. Mit allen »Bau­sachen« hat er Hungen ein gutes Stück vorangebracht: Man sieht, hier ist er aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen Fachmann.
 

Wolfgang Macht
Wolfgang Macht

Wolfgang Macht (Grüne): Positiv bewerten wir seine Dialogbereitschaft mit unserer Fraktion. Es gab regelmäßige Gespräche, in denen alle kommunalen Themen offen angesprochen wurden. Für eine ganze Reihe unserer Vorschläge zeigte er sich sehr aufgeschlossen und brachte diese zur Umsetzung, so z. B. die Kosten-Nutzen-Untersuchung zur Reak­tivierung der Horlofftalbahn, die Eröffnung des Waldkindergartens oder die Einrichung der Stelle des Flüchtlingskoordinators. Ausdrücklich zu begrüßen ist seine Inititiative zum Bau weiterer Sozialwohnungen und dass er bei der Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze am Ball geblieben ist. In seiner Amtszeit hat die Sanierung der städtischen Finanzen große Fortschritte gemacht. Weiterhin hat er den Breitbandausbau konsequent vorangetrieben.
 

Heiko R. Fritz
Heiko R. Fritz

Heiko R. Fritz (Freie Wähler): Die erste Amtszeit von Rainer Wengorsch stand, dies war zu Beginn bereits abzusehen, im Zeichen der Haushaltskonsolidierung. Hier hat er in den vergangenen Jahren wichtige Verbesserungen herbeigeführt. Und trotz einer stets angespannten Lage ist es erfreulich, dass Institutionen wie das Freibad oder das Kulturzentrum in Hungen auch in Zukunft Bestandteil des öffentlichen Angebotes bleiben. Dazu kommt die weiterhin forcierte Attraktivierung der Innenstadt. Da ist er auf einem guten Weg. Ebenso wichtig, sein stets offenes Ohr für die Belange der Bürger, sei es während einer Fragestunde, einem privateren Kontakt beim Einkauf oder auf Veranstaltungen im Stadtgebiet. Er nimmt sich stets die Zeit zuzuhören und, wo möglich, Hilfestellung zu leisten.

 

Auf berechtigte Kritik sollte Bürgermeister Wengorsch nicht so dünnhäutig reagieren

Christoph Fellner von Feldegg

Zweite Frage: Was sehen Sie ­kritisch?

Norbert Marsfelde (CDU): Das Wort »Kritik« ist sehr negativ behaftet. Ohne Kritik gibt es jedoch keine Politik und keine Weiterentwicklung. Rainer Wengorsch ist offen für konstruktive Kritik. Diese Eigenschaft zeichnet einen guten Bürgermeister aus, der seine Stadt voranbringen möchte. Was man kritisch anmerken kann, ist seine Ungeduld. Bei der Umsetzung von Maßnahmen kann es ihm nicht schnell genug gehen, was den einen oder anderen überfordern kann.

Christoph Fellner von Feldegg (SPD): Auf berechtigte Kritik sollte Bürgermeister Wengorsch nicht so dünnhäutig reagieren und mehr Gelassenheit zeigen.

Wolfgang Macht (Grüne): Es fehlt eine Agenda, wie sich Hungen in den nächsten Jahrzehnten entwicklen soll. Eine Vorbildfunktion nimmt hier Grünberg wahr. Die Kooperation mit den Nachbargemeinden kommt zu langsam voran. Es gibt zu wenig städtische Eigeninitiative beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Energieeinsparung. Chancen, die sich hier bei der Ausweisung neuer Baugbiete im Rahmen der Bauleitplanung ergeben, werden nicht genutzt. Kritisch sehen wir die zu geringe Unterstützung der Naturschutzgruppen beim Schutz von Feldrainen und den letzten intakten Naturräumen.

Heiko R. Fritz (Freie Wähler): Hier teilen Rainer Wengorsch und ich die Eigenschaft, ungeduldig zu sein. Gerne sähen wir Punkte wie den Breitbandausbau in allen Ortschaften bereits abgeschlossen. Ansonsten sehe ich Kritik als positive Herausforderung für die Zukunft. Hier gilt es, den Blick auf bereits angestoßene Projekte zu richten, sei es der soziale Wohnungsbau oder die weitere Stabilisierung der vorhandenen sowie Unterstützung und Ansiedelung neuer Gewerbetreibender. Damit einhergehend muss der Haushalt weiter konsolidiert werden, mit der klaren Vorgabe, hier nicht an freiwilligen Leistungen zu sparen.
 

Wir würden gerne die jährliche Neuverschuldung beendet sehen

Wolfgang Macht

Dritte Frage: Welche Wünsche haben Sie für Rainer Wengorschs nächste Amtszeit?

Norbert Marsfelde (CDU): Ich wünsche mir, dass Rainer Wengorsch seinen Weg der Haushaltskonsolidierung fortsetzt, ebenso die Fortführung des sozialen Wohnungsbaus, die Förderung des Einzelhandels, die Belebung der Ortskerne sowie die Unterstützung von Schulen, Vereinen und den Ausbau der Kita-­Angebote oder die Belebung des Tourismus. Wichtig ist auch der Einklang von Landwirtschaft, Umwelt und Natur. Wünschenswert wäre eine bessere Anbindung für Berufstätige an das Rhein-Main-Gebiet. Ich bin mir sicher, dass er gemäß seinem Grundsatz »Offenheit, Wahrheit und Klarheit« handeln und diesem treu bleiben wird.

Christoph Fellner von Feldegg (SPD): Wir wünschen uns, dass der Bürgermeister unseren Antrag zu den wiederkehrenden Straßenbeiträgen im Interesse der Bürger unterstützt. Rainer Wengorsch sollte stärker auf alle Fraktionen im Stadtparlament zugehen, sie öfter besser informieren und einbinden sowie neue Wege für eine stärkere Bürgerbeteiligung in Hungen gehen. Weiterhin wäre die Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit im Ostkreis wünschenswert.

Wolfgang Macht (Grüne): Bei Widerspruch sollte er mehr Gelassenheit zeigen und mit den Betroffenen das Gespräch suchen. Eine Agenda 2030 würden wir begrüßen, außerdem die flächenschonende Ausweisung neuer Baugebiete, ein aktive Vermittlung bei Konflikten zwischen Landwirten und Naturschutzgruppen sowie die Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien. Wünschenswert wäre zudem die erfolgreiche Reaktivierung der Horlofftalbahn, die Einführung wiederkehrender Straßenbeiträge oder die Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl an Kita-Plätzen. Und natürlich würden wir gerne die jährliche Neuverschuldung beendet sehen.

Heiko R. Fritz (Freie Wähler): Für ihn ganz klar Gesundheit, weiterhin einen klaren, optimistischen Blick für das Ganze. Ich wünsche mir, ihn weiterhin mit der Leidenschaft und dem Tatendrang, die ihn bisher schon auszeichneten, zu sehen. Zusammen mit seiner Fähigkeit, Menschen zu motivieren – ohne die Unterstützung der Bürger wird es nicht gehen – bin ich hinsichtlich der weiteren Gestaltung und künftigen Ausrichtung Hungens sehr optimistisch. Hierbei wünsche ich mir, in Gedanken an den Dorfladen ­Villingen oder die Dreifeld-Sporthalle an der Gesamtschule, dass er weiterhin lösungsorientiert seinen kritischen Blick auf die Projekte legt.

 

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