20. Dezember 2018, 22:09 Uhr

1640 Euro pro Sitzplatz

20. Dezember 2018, 22:09 Uhr
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Von Constantin Hoppe
Noch steht die alte Turnhalle. Den Vertrag für die neue Sporthalle unterzeichnen (v. l.) Stadtrat Norbert Arnold, Bürgermeister Jörg König, Landrätin Anita Schneider und Schuldezernentin Christiane Schmahl. (Fotos: con)

Linden (con). Für 1640 Euro könnte man sich Dauerkarten für zwei Jahre auf den besten Sitzen bei Eintracht Frankfurt sichern. Genauso viel wird rechnerisch jeweils jeder der rund 180 Sitzplätze auf der Tribüne in der Schulsporthalle der Anne-Frank-Schule kosten. Für die Bauarbeiten fiel nun der formelle Startschuss: Am Mittwoch unterzeichneten Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Jörg König, Erster Stadtrat Norbert Arnold und Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl den Vertrag über den Bau der Zweifeld-Sporthalle, mit Tribüne.

Kosten für Tribüne gesenkt

Eine monatelanges Hin und Her endet damit: Vor allem die Frage, ob eine Tribüne mit in die Halle eingebaut werden sollte, sorgte für einige Aufregung in Linden. Denn die bisherige, stark in die Jahre gekommene Turnhalle an der AFS hat eine Tribüne. Die Kreisverwaltung sah eine solche aber als nicht notwendig an. Sollte eine Tribüne trotzdem in die neue Halle eingebaut werden, hätte die Stadt die berechneten Kosten von 480 000 Euro alleine tragen müssen – zu viel, fanden die Stadtverordneten.

»Wir sind jetzt froh, dass wir eine Tribüne bekommen«, sagte König. Die Lösung: Zwar muss die Stadt die Kosten für die Tribüne trotzdem tragen, aber die Kosten konnten mittlerweile auf 296 000 Euro gesenkt werden. Die Preisreduzierung kam durch geänderte Grundlagen der beauftragten Bau- firma zustande: Unter anderem wurde ursprünglich angenommen, die Tribüne bräuchte eine eigene Belüftungsanlage – das ist aber nicht der Fall. In den Kosten enthalten sind die Lieferung und Montage der Tribüne sowie die notwendige Vergrößerung der Halle.

»Auch die Vereine wollen die Tribüne und die Halle nutzen, wenn keine Schulbetrieb stattfindet«, erklärt König die Ausgaben. »Die Wichtigkeit der Tribüne und des Vereinssportes ist uns diese Investition wert.« Insgesamt liegen die Investitionen für den Hallenbau (ohne Tribüne) bei 3,7 Millionen Euro, die Stadt Linden beteiligt sich mit 25 Prozent der Kosten, das macht rund 925 000 Euro. Die Beteiligung der Standortkommune mit einem Viertel der Kosten ist die Regel, wenn der Landkreis Gießen in kreiseigene Sportstätten investiert. Auch vonseiten des Landkreises ist man froh, dass es an der AFS nun endlich weitergehen kann: »Ich bin sehr froh, dass wir in dieser Sache noch zu einem guten Kompromiss gekommen sind«, sagte Landrätin Schneider.

Die Tribüne wird etwa 180 Sitzplätze erhalten – das macht rund 1640 Euro pro Sitzplatz. Genau steht diese Zahl aber noch nicht fest. »Wir werden auf jeden Fall unter 200 Sitzplätzen bleiben«, sagt die Landrätin. Der Grund für diese Zahl liegt beim Brandschutz: Bei mehr als 200 Sitzplätzen müssten unter anderem andere Richtlinien zu Rettungswegen eingehalten werden. Der Baubeginn wird im Frühsommer sein. Schuldezernentin Schmahl hofft darauf, dass bis zum Jahresende bereits einiges von der neuen Halle zu sehen sein wird: »Eigentlich sollte die neue Halle bis Weihnachten 2019 stehen, aber die Verzögerungen beim Abriss und dem Baubeginn lassen das nicht mehr zu.«

Für Bürgermeister König ist die Tribüne eine Investition in die Zukunft: »Wir gehen davon aus, dass die Halle die nächsten 40 Jahre dort stehen wird.«



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