28. Mai 2018, 22:37 Uhr

150 Kräfte im Einsatz – insgesamt 70 Keller leergepumpt

28. Mai 2018, 22:37 Uhr
Zahlreiche Straßen, wie hier in Bellersheim, werden überflutet. (Foto: einsatzfotos.tv)

Auch für Hungens Bürgermeister Rainer Wengorsch war die Nacht zum Montag kurz, erst gegen 5 Uhr in der Früh kam er zur verdienten Bettruhe. Mit gut 100 anderen Fans hatte er das »Team Villingen« zum Hessentag in Korbach begleitet. Wie berichtet, schrammte das dolle Dorf haarscharf an einem Podestplatz vorbei, kehrte mit einem blauen »Onkel Otto« zurück.

Kein Vergleich dazu aber das Pech, das den Nachbarorten beschert war: Kaum dass Wengorsch kurz nach zehn Hungen erreicht hatte, gingen auf seinem Handy die Alarmmeldungen der Feuerwehr ein. Wie er im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete, fand kurze Zeit später im Feuerwehrstützpunkt die erste Einsatzbesprechung statt. Neben den lokalen Kräften unter anderem mit dabei Kreisbrandinspektor Mario Binsch.

Die ganze Nacht über sollten dann 150 Feuerwehrmänner und -frauen, verteilt auf über 20 Einsatzabteilungen, mit den Folgen des Unwetters beschäftigt sein. Insgesamt nicht weniger als 70 Keller mussten leergepumpt werden.

Sozusagen Auftakt des lokalen Unwettergeschehens war ein Blitzeinschlag in ein Gebäude im Bellersheimer Burggarten gewesen. Den dadurch ausgelösten Dachstuhlbrand konnte die Wehr schnell löschen – hierbei kam der Starkregen zupass. Aber nur hierbei. Denn wenig später waren bereits viele Straßen überflutet. Kein Wunder: Rund 150 Liter gingen binnen kurzer Zeit auf einen Quadratmeter nieder. Am schwersten betroffen war Bellersheim. Auch wegen der Topographie: Von den Hängen rundum strömten die Fluten herab, bahnten sich ihren Weg durch den Ort, vor allem durch die Münzenberger Straße. Ein geparktes Auto wurde beim Einsturz einer Mauer beschädigt.

Vergleichsweise glimpflich kamen die Kernstadt und Trais-Horloff davon, wo die Feuerwehr nur zwei beziehungsweise fünf Anwesen »trockenlegen« musste. Im Dorf am See wurde auch der Hochbehälter in Mitleidenschaft gezogen, der auch Utphe versorgt. Nach einer Prüfung konnte Wengorsch jedoch Entwarnung geben: »Die Trinkwasserversorgung ist sichergestellt.« Der Behälter sei geschweißt, Wasser und Schlamm hätten nicht eindringen könnenen.

Wie in der Vorwoche bereits in Feldatal und Mücke im Vogelsbergkreis, wie in Bellersheim, so wurde auch im Hungener Stadtteil Obbornhofen das Feldwasser zum Problem. Vom Regen aufgeweichte Erde wurde hangabwärts zur Ortslage hin gedrückt. Mit Baggern und Räumfahrzeugen rückten am Montag Einsatzkräfte an, um etwa verstopfte Entwässerungsgräben freizuräumen.

»Hagelmäßig« war Obbornhofen der Schwerpunkt: Stellenweise, so Wengorsch, hätten sich die Eiskörner bis zu 30 Zentimeter hoch gestapelt. Schäden trug dort auch der Spielplatz davon.

In allen Hungen-Dörfern war der gestrige Tag von Aufräumarbeiten geprägt. Neben den Hausbesitzern und Helfern war wiederum die Feuerwehr Hungen mit drei Abteilungen vor Ort, unterstützten aufs Neue die Bürger mit Muskel- und Maschinenkraft. Zur Entlastung waren auch wieder die Langsdorfer gekommen.

Zum Glück wurde bei dem Unwetter niemand verletzt, auch keiner der Einsatzkräfte, denen Wengorsch ausdrücklich für ihren Einsatz bis an den Rand Erschöpfung dankte. Der Dank des Bürgermeisters ging nicht zuletzt auch an die Kameraden aus den umliegenden Gemeinden, etwa aus Staufenberg, Pohlheim, Langsdorf oder Grünberg. Nicht zu vergessen die Busecker, die mit Sandsäcken so manches Leck abdichteten. (tb)

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