24. Januar 2019, 21:27 Uhr

100 Prozent klimaneutral

Klimaschutz fängt im Kleinen an. Auch auf dem Dorf. Beispielsweise in Krofdorf. Dort hat sich die Druckerei Bender entschieden, ihren ökologischen Fußabdruck zu 100 Prozent auszugleichen und komplett klimaneutral zu produzieren.
24. Januar 2019, 21:27 Uhr
Jerome Muszy und Melanie Beimel.

In Sachen Nachhaltigkeit sind wir jetzt einen Riesenschritt weiter«, unterstreicht Jerome Muszy. Die Druckerei Bender mitten in Krofdorf, ein Betrieb mit mehr als 100-jähriger Tradition, ist nach eigenem Bekunden die erste Druckerei in Mittelhessen, die komplett klimaneutral produziert. Muszy, der gemeinsam mit Melanie Beimel die Geschäfte des Familienunternehmens führt, hat im vergangenen Jahr ausrechnen lassen, wie viel Kohlendioxid die Druckerei emittiert: Es sind 298 Tonnen im Jahr. »Den Wert gilt es natürlich von uns in den nächsten Jahren zu reduzieren«, sagt Muszy.

Um diese Klimabelastung zu kompensieren, kauft das Unternehmen Zertifikate, mit denen wiederum Projekte anderorts gefördert werden, die dort eine Kohlendioxidreduktion bewirken respektive nachhaltige Entwicklungen fördern. Hier konkret: Die Treibhausgasemissionen, die durch die Arbeit des Unternehmens entstehen, werden durch Investition in das Klimaschutzprojekt »Sauberes Trinkwasser in Odisha« in Indien ausgeglichen, die in Zusammenarbeit mit der Organisation »Climatepartner«. Beimel: »Für unsere Kunden bedeutet das, dass alle Drucksachen, die sie bei uns bestellen, bereits klimaneutral sind.«

Und: »Es kommt den Menschen direkt zugute, es dient ihrer Gesundheit«, sagt Melanie Beimel. Die Menschen dort spüren den Einsatz umgehend, wenn Wasserquellen dank Filteranlagen besser nutzbar sind.

Das ist die eine Seite des Engagements. Der zweite Ansatz: In dem Unternehmen wurde und wird »inhouse« ganz genau hingeschaut, wo Energie einzusparen ist, damit der Schadstoffausstoß sinkt. Was sind da die Stellschrauben? Etwa stromsparendere Maschinen, der konsequente Einsatz von LED-Beleuchtung – und eine neue, große Fotovoltaikanlage, die seit Anfang November 2018 in Betrieb ist. Beimel und Muszy gehen davon aus, dass sie rund 25 Prozent des benötigten Stroms nicht mehr zukaufen müssen. Der Bedarf des Unternehmens liegt bei 60 000 Kilowattstunden im Jahr; etwa 15 000 kw/h werden durch Fotovoltaikanlage erzeugt. Von dem erzeugten Strom der PV-Anlage werden von der Druckerei rund 75 Prozent selbst genutzt, 25 Prozent werden ins Netz eingespeist.

Auch viele andere Unternehmen lassen sich zertifizieren, aber in dem Krofdorfer Betrieb hat man sich dafür entschieden, den ökologischen Fußabdruck zu 100 Prozent auszugleichen. Dazu gehört letztlich auch der Einsatz von kobalt- und metallfreien Druckfarben, sogenannte Ökodruckfarben, oder auch der Wegfall der Auswascheinheit für die Druckplatten.

»Das hat gekostet«, sagt Muszy: »Aber es rechnet sich auch. Denn es nutzt dem Klima, es nutzt den Kunden – und es nutzt uns.«

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