22. April 2021, 20:07 Uhr

Weniger Fahrten, weniger Unfälle

22. April 2021, 20:07 Uhr

Wiesbaden - Weniger Mobilität, weniger Verkehrstote: Im vergangenen Corona-Jahr starben in Hessen 205 Verkehrsteilnehmer. Das ist der niedrigste Wert seit 1950. »Besonders ermutigend ist, dass kein Kind im Straßenverkehr getötet wurde«, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik in Wiesbaden. Im Jahr 2019 hatten in Hessen drei Kinder und drei Jugendliche den Tod auf der Straße gefunden. Im vergangenen Jahr allerdings fünf Jugendliche.

Auffällig ist ein deutlicher Rückgang bei den Unfällen sowie den Schwerverletzten und Getöteten. Hier spiegelt sich das geänderte Mobilitätsverhalten in der Pandemie wider. Mit 122 786 Verkehrsunfällen sanken die Zahlen auf das Niveau von vor 23 Jahren, im Vorjahr waren es 18 Prozentpunkte mehr. Selbst bei motorisierten Zweirädern sind die Unfallzahlen rückläufig - obwohl die Zulassungszahlen um stolze 30 Prozent stiegen. 54 Kradfahrer verloren im Straßenverkehr ihr Leben - eine Person mehr als 2019. Aufgrund immer noch hoher Unfall- und Verunglücktenzahlen insbesondere von Motorrädern mit mehr als 125 Kubikzentimeter Hubraum will die hessische Polizei diese Verkehrsteilnehmer weiterhin besonders in den Fokus nehmen.

Sehr stark gingen die Unfallzahlen auf den Autobahnen (30 Prozent) zurück. Speziell in der ersten Welle war bei vielen statt Pendeln Homeoffice angesagt. Obwohl mehr Menschen vom öffentlichen Personennahverkehr auf das eigene Auto, Motorrad oder Fahrrad umstiegen, war das Verkehrsaufkommen deutlich geringer. »Der Unfallrückgang ist eine der wenigen erfreulichen Nebenwirkungen der Pandemie«, bilanzierte Minister Beuth.

Merkbare Zuwächse registriert die Polizei hingegen bei verbotenen Autorennen. Die Zahl der Anzeigen hat sich mit 155 im Jahr 2020 mehr als verdoppelt. In zwei Fällen kam es zu schlimmen Unfällen: Im Oktober wurden auf der Autobahn 66 ein unbeteiligter Verkehrsteilnehmer und im November 2020 sogar zwei in der Frankfurter Innenstadt getötet. »Wir haben diese Gefahr erkannt und gehen massiv dagegen vor«, versicherte Beuth. Jutta Rippegather

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