09. März 2021, 20:07 Uhr

Wärmere Temperaturen locken die Kröten

09. März 2021, 20:07 Uhr
Bald ist wieder Paarungszeit auch für Erdkröten. FOTO: NABU

- Nach dem starken Wintereinbruch steigen die Temperaturen in Hessen nun wieder. Das lockt Frösche, Kröten und Molche in ganz Deutschland aus ihren Winterquartieren. Sobald die Nachttemperaturen bei plus fünf Grad Celsius und mehr liegen, kommt bei ihn Hochzeitsstimmung auf. Die Tiere begeben sich zu ihren Laichgewässern, um sich zu paaren. Dabei überqueren sie häufig auch Straßen. »Die ersten Amphibien sind bereits auf dem Weg in Richtung Laichgewässer, und in den kommenden Wochen wird das Paarungsgeschehen deutlich an Fahrt aufnehmen«, sagt Dominik Heinz, Amphibienexperte des NABU Hessen in Wetzlar. »Zigtausende Amphibien sind dann täglich auf den Straßen unterwegs.« Zur Fortpflanzung kehren viele Amphibien an ihre Gewässer zurück. Die Winterquartiere wie Hecken, Wälder aber auch Gärten liegen teilweise weit entfernt von den Laichgewässern, in denen Kröten, Frösche und Molche auf Partnersuche gehen. Auf den bis zu drei Kilometer langen Wanderungen müssen sie dabei oftmals Straßen überqueren. »Manchmal bleiben die Kröten und Frösche sogar längere Zeit auf der warmen Fahrbahn sitzen und werden dann ein leichtes Opfer anrollender Autos«, erklärt Dominik Heinz. Hinweisschilder an den Straßenrändern weisen auf Streckenabschnitte hin, in denen besonders viele Amphibien wandern. Der NABU bittet darum Autofahrer, auf diesen Amphibienwanderstrecken höchstens 30 Stundenkilometer zu fahren. Das kann vielen Tieren das Leben retten. Denn sie können nicht nur durch direktes Überfahren sterben, sondern auch wenn Fahrzeuge schnell unterwegs sind. »Große Geschwindigkeit erzeugt einen so großen Unterdruck, dass es zu Verletzungen der inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen kommt. Die Tiere verenden dann qualvoll am Straßenrand«, so Heinz.

Eine umsichtige Fahrweise ist auch wegen der Helfer nötig. Viele NABU-Gruppen haben bereits Krötenzäune aufgestellt, um Amphibien an besonderen Gefahrenstellen zu retten. »Bei entsprechender Witterung heißt es nun, morgens und abends die Krötenzäune abzugehen, die in den Eimern sitzenden Amphibien zu zählen und sie über die Straße zu tragen«, erklärt der Amphibienexperte Heinz. pm

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