05. Oktober 2021, 20:06 Uhr

Unterwegs im »Room of Errors«

Das Land Hessen hat im Frühjahr 2021 die erste Games-Förderung des Landes gestartet. Mit dem Programm »Hessen Serious Game« sollten Entwicklerstudios unterstützt werden, deren Apps oder Spiele beispielsweise zur Bildung, Gesundheitsförderung, Chancengleichheit oder zum persönlichen Zeitmanagement beitragen. Zunächst war eine Gesamtfördersumme von 200 000 Euro geplant, schlussendlich wurde sie auf 325 000 Euro angehoben.
05. Oktober 2021, 20:06 Uhr
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Aus der Redaktion
In der virtuellen Realität können angehende Ärztinnen und Ärzte ihre situative Wahrnehmung schulen. Das Projekt wurde vom Land Hessen als »Serious Game« gefördert. FOTO: VATRIX

Die Frankfurter Forschungs- und Entwicklungsplattform »The Vatrix« hilft dem Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt bei der Schaffung eines »Room of Errors«. In diesem virtuellen Raum sind Fehler versteckt. Angehende Ärztinnen und Ärzte können dadurch trainieren, nicht nur den Patienten oder die Patientin wahrzunehmen, sondern alles im Blick zu behalten - die situative Wahrnehmung wird geschult. Die Hoffnung ist, dadurch Anwendungsfehler in Kliniken zu reduzieren.

Der kaufmännische Geschäftsführer (Chief Financial Officer) Gerrit Wein hat mit seinem Team die virtuelle Welt kreiert. »Es gibt auch echte Simulationsräume im Fachbereich, aber die Covid-Beschränkungen limitieren die Nutzung«, sagt Wein. Den Raum in die Virtualität zu holen und mittels VR-Brille regelmäßig besuchen zu können, war somit ein logischer Schritt.

Zunächst wurden echte Räume wie ein Patientenzimmer oder ein Untersuchungszimmer vermessen und dann virtuell modelliert. Die Anzahl und Art der Fehler lasse sich flexibel anpassen. Mal passt die Krankenakte nicht zur Person im Raum, mal liegt unsteriles Material beiläufig an der Seite oder die Medikamente passen nicht. Zunächst soll es vier unterschiedliche Räume geben.

Der Lernfortschritt der Nutzer kann überwacht werden, und es besteht die Möglichkeit der Blickanalyse. Also wo schauen die Anwender hin, worauf achten sie nicht. Der virtuelle Raum biete so viele Möglichkeiten, dass das Ganze sogar wissenschaftlich mit Studien begleitet werden soll. Obwohl man in den Räumen dann bewusst nach Fehlern suche, verbessere sich auch im realen Leben die Aufmerksamkeit. So falle es den Ärztinnen und Ärzten dann leichter, auch im Alltag auf Details zu achten.



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