18. November 2020, 20:48 Uhr

»Uffbasse! Mer ham nur aa Erd«

18. November 2020, 20:48 Uhr
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Aus der Redaktion
Auf Draht: Christina Kunkel präsentiert ihre Bierdeckel mit UN-Nachhaltigkeitszielen auf Hessisch. FOTO: RENATE HOYER

Eltville - Aufgewachsen sei sie mit Karl, der Hauptfigur des gleichnamigen Rheingauer Comics, erzählt Christina Kunkel aus Eltville. Als die heute 25-Jährige auf die Welt kam, hatten ihr Vater Patrick und ihr Großvater Eberhard Kunkel bereits einige Karl-Geschichten getextet, die mit den Zeichnungen von Michael Apitz herausgebracht wurden. Weitere sollten bis in die 2000er Jahre folgen.

Da ist es nicht verwunderlich, dass ihr auch als junger Frau das Lokalkolorit ganz nahe liegt. Obwohl sie heute an der Hochschule Fresenius in Wiesbaden mit »Digitales Management« mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit ein Fach von internationaler Bedeutung studiert, ist es ihr kürzlich gelungen, einen Teilaspekt aufs Hessische herunterzubrechen.

Christina Kunkel ist die Initiatorin der Bierdeckelaktion, mit der die 2015 mit der »Agenda 2030« verabschiedeten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen ins Hessische übersetzt wurden. Sie folgte damit einem ähnlichen Beispiel aus Köln. Aus Ziel eins: »Armut in all ihren Formen überall beenden« haben Bürgerinnen und Bürger in einer Beteiligungsaktion der Stadt Wiesbaden »Wenn jeder was gebbe dud, is schon viel gedaan« und aus Ziel vier: »Hochwertige Bildung für alle« »Was Hänssche scho lernt, waas de Hans immer noch« gemacht. Aus Ziel 15: »Artenvielfalt sichern und Ökosysteme erhalten« wurde da »Uffbasse! Mer ham nur aa Erd«. Kunkel möchte mit den auf den Bierdeckeln gedruckten Sprüchen die UN-Ziele bekannter machen.

Idee kam beim Praktikum

Mit dem Thema ist sie Kunkel während eines Praktikums bei der Bertelsmann-Stiftung in Berührung gekommen. Diese Stiftung entwickelte gemeinsam mit Städten und Gemeinden und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung Indikatoren für die Umsetzung der Ziele. Seitdem ist Nachhaltigkeit Kunkels Thema. Ökologie, Wirtschaft und Soziales müssten stärker zusammen gedacht werden. Denn ohne Infrastruktur und Industrie wachse die Armut und ohne Ökologie gingen die Lebensgrundlagen zugrunde.

»Wir müssen eine Situation erreichen, in der so gewirtschaftet wird, dass wieder hergestellt wird, was schon zerstört wurde«, sagt sie, »so wirtschaften, dass es nicht zulasten nachfolgender Generationen geht, reicht nicht mehr.« Innovative Geschäftsideen sollten viel stärker mit Wissenstransfer und Ökologie zusammen gedacht werden.

Das möchte sie auch in der CDU zum Thema machen. Kunkel ist stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende in Eltville. Da kommt sie ganz nach ihrem Vater: Patrick Kunkel ist Eltvilles Bürgermeister. Madeleine Reckmann



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