21. April 2021, 20:58 Uhr

Teilchen-Beschleuniger wird teurer

21. April 2021, 20:58 Uhr
In Darmstadt soll eine der größten Anlagen für physikalische Grundlagenforschung entstehen. FOTO: DPA

Berlin/Darmstadt - Die internationale Teilchen-Beschleunigeranlage Fair in Darmstadt verteuert sich abermals kräftig. Wie aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel, hervorgeht, hat die Geschäftsführung das Ministerium über erwartete Mehrkosten von 145 Millionen Euro für laufende, bereits beauftragte Baumaßnahmen bis 2025 informiert. Darüber hinaus gebe es Kostenrisiken in Höhe von 448 Millionen Euro, hieß es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die internationale Teilchen-Beschleunigeranlage Fair nordöstlich des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung gilt als eine der weltweit größten Anlagen physikalischer Grundlagenforschung. Auf Preisbasis des Jahres 2005 waren dafür ursprünglich rund 1,3 Milliarden Euro eingeplant. Nachdem zuletzt 2019 eine Verteuerung um mehrere Hundert Millionen Euro bekannt geworden war, lag die jüngste Schätzung der Gesamtinvestitionen auf Preisbasis des Jahres 2020 nach GSI-Angaben bei 3,1 Milliarden Euro.

Kostenschätzung »nachvollziehbar«

Hauptgeldgeber des Projekts sind der Bund und das Land Hessen. Als ausländische Partner sind auch Finnland, Frankreich, Indien, Polen, Rumänien, Russland, Schweden und Slowenien Gesellschafter von Fair. Dem Schreiben zufolge können insgesamt 93 Millionen der erwarteten Mehrkosten von 145 Millionen Euro in diesem und im kommenden Jahr im Zuge des Haushaltsvollzugs gedeckt werden. Grundsätzlich seien die Kostenschätzungen und Risikoeinschätzung aus Sicht der Fair-Projektbegleitung und des Bundesforschungsministeriums »plausibel und nachvollziehbar«, so Rachel in dem Schreiben. Das Ministerium werde die Angaben der Fair GmbH aber noch einer vertieften Analyse und Bewertung unterziehen. »Hierzu wird eine externe Evaluierung erfolgen, deren Ergebnisse zum Jahreswechsel erwartet werden.« Danach werde man dem Haushaltsausschuss des Bundestages berichten und Vorschläge zum weiteren Vorgehen vorlegen. dpa

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