17. Februar 2021, 19:11 Uhr

Tampons und Binden umsonst

17. Februar 2021, 19:11 Uhr
Kostenlose Menstruationsartikel sollen für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgen. SYMBOLFOTO: ISTOCK/PXHIDALGO

Darmstadt - In der Sache waren sich die meisten Fraktionen in Darmstadt einig, nicht jedoch über den genaue Weg: Nur mit den Stimmen von Grünen und CDU hat das Stadtparlament einen Änderungsantrag der beiden Koalitionsfraktionen beschlossen, dass der Magistrat zunächst prüfen soll, an welchen geeigneten Stellen in der Stadt kostenfreie Menstruationsartikel zur Verfügung gestellt werden können. Vorgesehen ist, die Hygieneartikel etwa in der Stadtbibliothek, in Schulen, Jugendzentren und in Verwaltungsgebäuden auszulegen.

Plastikfrei und aus Stoff

Die Fraktionen von SPD und Uffbasse hatten mit eigenen Anträgen ursprünglich vorgeschlagen, ohne eine vorherige Prüfung durch den Magistrat alle Schulen, kommunalen Bildungseinrichtungen und die von der Stadt betriebenen Toilettenanlagen mit nachhaltigen Menstruationsartikeln wie Stoffbinden und plastikfreien Tampons kostenfrei auszustatten. Die SPD zog ihren Antrag aber zurück und unterstützte den ausführlicheren Antrag der Fraktion Uffbasse.

Uffbasse-Fraktionsvorsitzende Kerstin Lau begründete den Antrag damit, dass Frauen häufig von finanziellen Benachteiligungen betroffen seien. Mit dem Angebot, nachhaltige Menstruationsartikel an Schulen und kommunalen Bildungseinrichtungen auszugeben, könne ein Angebot geschaffen werden, um die finanzielle Mehrbelastungen und mögliche Zugangsschwierigkeiten zu den entsprechenden Produkten zu verringern, so Lau.

Gegen den Prüfantrag der Koalitionsfraktionen stimmten SPD, Uffbasse, die Linke und die Fraktion Uwiga. Die AfD-Fraktion enthielt sich. Laut dem mehrheitlich beschlossenen Antrag soll der Magistrat »in geeigneter Weise über den Sachstand, den Bedarf und die Inanspruchnahme« der Hygieneartikel berichten.

Fonds für Verhütungsmittel

Nach den Vorstellungen der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Nicole Frölich und der CDU-Stadtverordneten Irmgard Klaff-Isselmann sollte die unentgeltliche Ausgabe der Menstruationsartikel »unkompliziert und praktikabel« erfolgen, um somit auch »noch mehr Geschlechtergerechtigkeit« zu erreichen.

Nachdem es in Darmstadt bereits einen Verhütungsmittelfonds gebe, folge mit der geplanten Abgabe kostenfreier Menstruationsartikel nun »der nächste konsequente Schritt«, so Frölich und Klaff-Isselmann. JENS JOACHIM, FR

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