14. Juli 2021, 19:43 Uhr

Spenden für den IS-Terror

14. Juli 2021, 19:43 Uhr

Wiesbaden/Frankfurt - Wegen des Verdachts der Unterstützung der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sind am gestrigen Mittwoch in Hessen zehn Wohnungen durchsucht worden. Im Visier der Beamten des Landeskriminalamts (LKA) und der Polizei standen die Räume von Beschuldigten aus Lollar, Darmstadt und Kassel sowie aus Dietzhölztal, Haiger und Eschenburg im Lahn-Dill-Kreis. In einem Fall wurden nach Angaben der Behörden auch Räumlichkeiten in der Schweiz durchsucht, weil einer der Verdächtigen dorthin ausgereist war.

Im Blickpunkt der Razzia befanden sich zehn Verdächtige. Die zwei Frauen und acht Männer im Alter zwischen 20 und 51 Jahren sind den Angaben zufolge deutsche, afghanische, kosovarische und türkische Staatsangehörige.

Keine Haftbefehle

Federführend an der Aktion beteiligt war die Frankfurter Staatsanwaltschaft. Dass es, wie vom HR gemeldet, in Lollar eine Festnahme gegeben habe, wurde von offizieller Seite nicht bestätigt. Bei der Aktion am Morgen, an der Polizistinnen und Polizisten im unteren dreistelligen Bereich beteiligt gewesen seien, sei niemand festgenommen worden. »Wir haben keine Haftbefehle gehabt«, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Nadja Niesen, der dpa.

Hintergrund waren nach Angaben der Fahnder fünf Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Terrorismusfinanzierung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. »Es hat keine konkrete Anschlagsgefahr gegeben«, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes. Bei den Ermittlungsverfahren ging es in vier Fällen um den Verdacht der Finanzierung des IS mit Spendengeldern. In einem Fall habe der Verdacht auf die Vorbereitung einer Gewalttat vorgelegen. Bei der Aktion wurden Datenträger, Bargeld und weitere Beweismittel sichergestellt. Im Zuge der Razzia seien auch zwei Durchsuchungsbeschlüsse der Bundesanwaltschaft gegen drei mutmaßliche IS-Unterstützer vollstreckt worden. »Die Gefahr durch den internationalen islamistischen Terrorismus ist ungebrochen«, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). Mit den Durchsuchungsmaßnahmen sei den Ermittlern ein wichtiger Schlag gegen die Terrorismus-Finanzierung und Unterstützung des IS gelungen. An der Aktion waren mit Ausnahme von Frankfurt alle hessischen Polizeipräsidien beteiligt. dpa

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