30. November 2021, 22:08 Uhr

Sorge trotz sinkender Arbeitslosenzahlen

30. November 2021, 22:08 Uhr
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Von DPA

Nürnberg/Frankfurt/Gießen - Auch wenn die Zahlen für November Mut machen: Die vierte Welle der Corona-Pandemie wird nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit nicht spurlos am Arbeitsmarkt vorbeirollen. »Der Blick ins nächste Jahr ist eher eingetrübt«, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele, gestern bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen in Nürnberg. »Wir gehen inzwischen von erhöhter Arbeitslosigkeit auch im nächsten Jahr aus.« In der November-Statistik, die Daten bis zum 11. des Monats enthält, wird das jedoch noch nicht sichtbar. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sank im November auf 2,317 Millionen. Damit waren im November 60 000 Menschen weniger ohne Job als noch im Oktober und 382 000 weniger als im November 2020.

Die Arbeitslosenquote gab die Bundesagentur mit 5,1 Prozent an, im Oktober hatte sie bei 5,2 Prozent gelegen. Die Quote sei damit um 0,8 Punkte niedriger als im November 2020. Die Anmeldungen für Kurzarbeit sind laut Bundesagentur stetig gestiegen. Sie kämen auch wieder aus der Gastronomie und der Touristik. Zwischen 1. und 24. November habe es 104 000 Anmeldungen für Kurzarbeit gegeben - rund 10 000 mehr als für Oktober. Die tatsächliche Inanspruchnahme liegt meist niedriger.

Hessen-Prognose schwierig

Auch in Hessen hat sich der Arbeitsmarkt im November weiter von den Folgen der Corona-Krise erholt. Zum Stichtag am 11. November waren 158 144 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur gestern in Frankfurt mitteilte. Das waren 5073 weniger als im Oktober und 29 906 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Sie steuert damit weiter auf das Vorkrisenniveau zu. »Der hessische Arbeitsmarkt konnte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erholen«, sagte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. Fast die Hälfte der hessischen Landkreise liege mittlerweile mit ihren Arbeitslosenquoten unter vier Prozent. Die weitere Entwicklung ist allerdings auch Martin zufolge angesichts der Zuspitzung der Corona-Infektionslage nur schwer zu prognostizieren. Im August erhielten den aktuellsten Zahlen zufolge noch rund 100 000 Beschäftigte in Hessen Kurzarbeitergeld.

Bezirk Gießen: Nicht überinterpretieren

Auch in der Region freut man sich über die aktuellen Zahlen. Im Bezirk der Arbeits-agentur Gießen, der die Landkreise Gießen, Wetterau und Vogelsberg umfasst, waren im November insgesamt 15 783 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vormonat waren es 444 Menschen mehr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf 4,2 Prozent. Im November des Vorjahres waren noch 2637 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,9 Prozent. In den Landkreisen Wetterau und Gie- ßen ist die Erwerblosigkeit gesunken, im Vogelsbergkreis ist sie unverändert zum Vormonat.

»Trotz kalter Temperaturen, sank die Zahl der Erwerbslosen im November den dritten Monat in Folge, wenn auch nicht so stark wie in den Vormonaten«, kommentiert Michael Beck, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Gießen. Die aktuelle Entwicklung sei zwar positiv, sollte jedoch nicht überinterpretiert werden.

Im Kreis Gießen waren im November 7509 Menschen erwerbslos gemeldet, 240 Arbeitslose weniger als im Oktober. Im Vorjahr waren 950 Personen mehr registriert. Die Quote sank um 0,1 auf 5,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,7 Prozent.

Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen um 204 Personen auf 6331 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren damals 1401 oder 18,1 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Die Quote sank um 0,1 auf 3,7 Prozent. Im November 2020 lag die Quote bei 4,6 Prozent.

Im Vogelsbergkreis waren 1943 Personen erwerbslos gemeldet, so viele wie im Vormonat. Im November des Vorjahres waren 286 oder 12,8 Prozent mehr Menschen registriert. Die Arbeitslosenquote betrug unverändert zum Vormonat 3,4 Prozent. 2020 lag sie bei 3,8 Prozent. dpa/pi/pm



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