19. August 2021, 20:42 Uhr

Merkel in Mittelhessen

So lief der Besuch der Bundeskanzelerin in Gießen

Eine experimentierfreudige Bundeskanzlerin zieht im Gießener Mathematikum am Donnerstag die Fäden und äußert sich zur Lage in Afghanistan. So lief Angela Merkels Besuch in Mittelhessen.
19. August 2021, 20:42 Uhr

Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel seit 16 Jahren die Fäden nicht nur in der deutschen Politik zieht, ist allgemein bekannt. Am Donnerstag konnte man der Regierungschefin in Gießen dabei sogar zuschauen. Beim Rundgang im Mathematikum versuchte sich die CDU-Politikerin unter anderem am Experiment Deutschlandtour, bei dem man die Hauptstädte der Bundesländer auf möglichst kurzem Weg mit einer Schnur verbinden muss. Zuvor hatte sich die Bundeskanzlerin durchs Liebig-Museum führen lassen, wo Dr. Norbert Lepper ein historisches Experiment vorführte. Hinterher sprach Merkel von zwei »ganz spannenden Orten«, die ihr Kanzleramtschef Helge Braun gezeigt habe.

Überpünktlich um 11.20 Uhr war die Kolonne mit der Kanzlerin in der abgesperrten Liebigstraße vorgefahren. Neben Braun und dessen Frau Katja empfingen für den Vorstand der Liebig-Gesellschaft Prof. Eduard Alter und Prof. Gerd Hamscher den hohen Gast. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite und von den Balkons verfolgten rund 150 Neugierige die Ankunft der Bundeskanzlerin, eine Frau rief laut etwas Unverständliches zur Situation afghanischer Bürgerkriegsflüchtlinge. Merkel musste 50 Meter quer über die Liebigstraße gehen, weil die Wagenkolonne auf der falschen Straßenseite gehalten hatte. Einigen Zuschauern winkte sie kurz zu. Das Bad in der Menge ist in der Coronazeit gestrichen, sagte ein Sicherheitsbeamter. Fürs Begrüßungsbild auf der Treppe des Liebig-Museums wurde der Mundnasenschutz abgelegt. »So, jetzt beenden wir mal den Maskenball«, sagte Merkel zu ihren Gastgebern.

An den Rundgängen durch die während des Besuchs der Bundeskanzlerin geschlossenen Museen konnte nur eine begrenzte Anzahl von Medienvertretern teilnehmen, für alle gab es im Anschluss ein kurzes Statement. Dabei nannte Merkel das Liebig-Museum ein »Schatzkästchen« von historischer Bedeutung und das Mathematikum, das ihr von Leiter Prof. Albrecht Beutelspacher gezeigt wurde, einen »wunderbaren Ort«, sich der Mathematik spielerisch anzunähern. »Man darf hier aber auch rechnen«, fügte sie hinzu. Dass man Naturwissenschaften auch kindgerecht präsentieren kann, demonstrierten der Kanzlerin junge Gießener Familien.

Zweite Station bei Biontech in Marburg

Aus Sicht der Bundeskanzlerin zeigen die beiden naturwissenschaftlichen Museen mit ihren auch historischen Bezügen, wie wichtig angewandte Wissenschaft für Deutschland als Wirtschaftsstandort und mithin den Wohlstand sind und waren. »Wissenschaft und Innovation sind die Voraussetzungen«, sagte Merkel. Zweite Station auf ihrer mittelhessischen Wissenschaftsreise war am Nachmittag das Biontech-Impfstoffwerk in Marburg.

Zuvor indes kam Merkel beim Pressestatement - Fragen waren eigentlich nicht vorgesehen - nicht davon, auf Nachfrage einer Journalistin etwas zur Lage in Afghanistan zu sagen. Die Bundesregierung arbeite »mit Hochdruck« daran, möglichst viele Leute zurückzuholen. Den Soldaten der Bundeswehr dankte Merkel für den gefahrvollen Evakuierungseinsatz im Rahmen der Luftbrücke. Die Mission sei »hochkompliziert«.

Nicht vergeblich warteten draußen mit Bürgermeister Peter Neidel, Frederik Bouffier und Parteichef Klaus Peter Möller die Kandidaten und Spitzen der Gießener CDU, die ihr Gruppenbild mit Dame bekamen. Nach einer knappen Stunde war der Besuch der Bundeskanzlerin in Gießen beendet.

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