26. April 2021, 19:44 Uhr

Schulstart mit Bremse reibungslos

Wegen hoher Zahlen bei Corona-Neuinfektionen müssen immer mehr Schulen fast komplett auf Distanzunterricht umstellen - die Bundes-Notbremse greift auch in Hessen. Unterdessen laufen die Abiturprüfungen weiter.
26. April 2021, 19:44 Uhr
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Von DPA
Bunte Abi-Plakate sind vor dem Eingang der Wöhlerschule im Frankfurter Stadtteil Dornbusch an den Zäunen angebracht. An Hessens Schulen hat der erste Unterrichtstag begonnen, an dem Vorgaben der Bundes-Notbremse gelten. FOTO: DPA

Die erste hessische Schulwoche unter teils strengeren Vorgaben der Bundes-Notbremse zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist nach Angaben des Kultusministeriums ohne größere Probleme gestartet. Unter anderem im Kreis Groß-Gerau und in der Stadt Kassel habe der Wechsel in den Distanzunterricht den Rückmeldungen zufolge reibungslos geklappt, sagte ein Sprecher in Wiesbaden. Nur in Einzelfällen hätten Kinder vor den Schultoren gestanden.

Weitere Städte und Kreise bereiten sich nach den Worten des Ministeriumssprechers darauf vor, ab heute in den Distanzunterricht zu wechseln, darunter Wiesbaden und Hanau sowie der Main-Kinzig-Kreis. In vielen anderen Kommunen seien die Kinder und Jugendlichen wegen der hohen Zahlen von Corona-Neuinfizierten ohnehin bereits überwiegend nicht mehr in den Schulen unterrichtet worden, sagte der Sprecher.

Die Bundes-Notbremse greift an den Schulen folgendermaßen: Übersteigt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in einer kreisfreien Stadt oder einem Kreis an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Wert von 165, werden die Schulen ab dem übernächsten Tag geschlossen. Alle Schülerinnen und Schüler haben dann Distanzunterricht bei Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen, die im Wechselbetrieb bleiben.

Unterdessen sind gestern die Abiturprüfungen unter strengen Corona-Vorgaben in die zweite Woche gestartet. Es standen Arbeiten in den Grundkursen für mehr als ein Dutzend Fächer auf dem Plan, darunter Spanisch, Latein und Religion. Wie der Sprecher des Kultusministeriums erklärte, hatten sich am Freitag vergangener Woche 2600 der insgesamt 10 000 Prüflinge auf Corona testen lassen. Darunter sei ein Test positiv ausgefallen. Am Freitag waren Englisch-Klausuren geschrieben worden.

Nachholbedarf

Am vergangenen Mittwoch hatten für 23 500 Schülerinnen und Schüler die schriftlichen Prüfungen für das Landesabitur 2021 begonnen. Alle Prüfungen finden unter besonderen Corona-Bedingungen mit Abstand- und Schutzmaßnahmen statt. Die Schüler haben die Möglichkeit, sich vorher selbst mit einem Stäbchen auf das Coronavirus zu testen. Wer das nicht möchte, muss eine medizinische Maske tragen. Die Aufhebung der Maskenpflicht während der Abiturprüfungen für zuvor auf Corona getestete Schüler hat bei Lehrern, Eltern und Schülern für Unverständnis gesorgt.

Die FDP-Landtagsfraktion fordert von der Landesregierung mehr Bemühungen, um coronabedingte Bildungslücken schwacher Schüler zu füllen. Nach Schätzungen von Lehrerverbänden hätten 20 bis 25 Prozent der Schüler wegen der Corona-Einschränkungen großen Nachholbedarf, erklärte Promny. Dies wären für Hessen rund 200 000 Kinder und Jugendliche.

Neustarthilfe

Unterdessen haben in Hessen inzwischen fast 10 000 Soloselbstständige die sogenannte Neustarthilfe erhalten. Wie das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden mitteilte, wurden insgesamt rund 60,4 Millionen Euro ausgezahlt (Stand: 22. April). Um Umsatzeinbußen durch den zweiten Lockdown auszugleichen, haben zudem bislang mehr als 9400 hessische Betriebe eine Bewilligung für die Überbrückungshilfe III erhalten. Das entspricht 77 Prozent der Anträge. Damit wurden aus der Überbrückungshilfe III in Hessen bisher rund 355 Millionen Euro ausgezahlt.

Das Universitätsklinikum Frankfurt hat inzwischen damit begonnen, seine psychiatrischen Patienten gegen Corona zu impfen.



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