Hessen

Schulstart in Hessen unter neuen Vorzeichen

Wiesbaden - Mit teils verschärften Regeln ist der Corona-Lockdown gestern auch in Hessen in die Verlängerung gegangen. Für Schülerinnen und Schüler fällt der Unterricht im Klassenzimmer wegen der Pandemie bis Ende Januar weitgehend weg, für Menschen in Corona-Hotspots gilt bei Freizeitaktivitäten ein eingeschränkter Bewegungsradius. Zudem gibt es landesweit strenge Kontaktregeln. Für die Ordnungsbehörden bedeutet das, dass sie bei den Kontrollen das Beachten weiterer Regeln im Auge behalten müssen.
11. Januar 2021, 20:33 Uhr
DPA

Wiesbaden - Mit teils verschärften Regeln ist der Corona-Lockdown gestern auch in Hessen in die Verlängerung gegangen. Für Schülerinnen und Schüler fällt der Unterricht im Klassenzimmer wegen der Pandemie bis Ende Januar weitgehend weg, für Menschen in Corona-Hotspots gilt bei Freizeitaktivitäten ein eingeschränkter Bewegungsradius. Zudem gibt es landesweit strenge Kontaktregeln. Für die Ordnungsbehörden bedeutet das, dass sie bei den Kontrollen das Beachten weiterer Regeln im Auge behalten müssen.

Am ersten Tag nach den Weihnachtsferien lernte ein Großteil der Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 von zu Hause aus. Der Anteil der Kinder, die am Montag vor Ort in der Schule waren, habe je nach Schulamtsregion zwischen 14 und 25 Prozent gelegen, teilte das Kultusministerium in Wiesbaden mit.

Lehrer warnen

Die Lernplattform »Schulportal Hessen« verzeichnete einen enormen Ansturm: Laut Auswertung lag der Höchststand um etwa 9 Uhr bei knapp 100 000 Nutzern, die gleichzeitig zugegriffen hätten, so das Ministerium. »Uns haben nur vereinzelt Rückmeldungen erreicht, dass es heute Morgen zur ›Rushhour‹ bei der Anmeldung ein wenig länger als üblich gedauert hat«, erklärte ein Sprecher.

Nach dem Beschluss des Corona-Kabinetts der Landesregierung müssen die Kinder der Klassen 1 bis 6 bis zum 31. Januar zum Lernen nicht an die Schulen kommen. Die Präsenzpflicht wird für diese Schüler ausgesetzt. Lehrerverbände hatten vor einem Chaos gewarnt, weil völlig offen sei, wie viele Kinder in der ersten Woche nach den Weihnachtsferien in die Schule geschickt werden. Der Landkreis Fulda wies mit 346 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Montag die hessenweit höchste Inzidenz auf. Unterdessen stellt die 15-Kilometer-Beschränkung die Ordnungshüter in den Corona-Hotspots vor Herausforderungen. Die Einhaltung der Regel sei sehr schwer kontrollierbar, hieß es gestern teils aus den Kommunen. Während sie ab morgen im Vogelsbergkreis gelten soll, kündigte der Landkreis Fulda, der hessenweit mit Abstand die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) aufweist, Beratungen in dieser Woche an.

Grundlage für die Regelung ist das Eskalationskonzept des Landes. Demnach müssen die Kommunen die Einschränkung des Bewegungsradius auf den Umkreis von 15 Kilometern des Wohnortes für tagestouristische Ausflüge anordnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 200 liegt.

Kontrolle schwierig

In Hessen sind neben dem Landkreis Fulda und dem Vogelsbergkreis auch die Landkreise Gießen und Limburg-Weilburg betroffen. Umgekehrt gilt: Sobald der Sieben-Tage-Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern fällt, sind die Maßnahmen wieder aufzuheben. In Corona-Hotspots mit einer anhaltend hohen Sieben-Tage-Inzidenz mussten die Kommunen bislang schon nächtliche Ausgangsbeschränkungen erlassen. Polizei und Ordnungsämter bereiten sich auf Kontrollen vor. Die Polizei in Gießen etwa leistet nach den Worten einer Sprecherin dabei Amtshilfe. Die Einhaltung der Regelung solle vor allem während des Streifendienstes im Auge behalten werden. Die landesweite Inzidenz lag gestern bei 162,6. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen stieg innerhalb eines Tages um 561. Damit steigerten sich die Fälle seit Beginn der Pandemie auf 150 790, wie das Robert-Koch-Institut meldet (Stand Montag 0 Uhr). dpa

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/schulstart-in-hessen-unter-neuen-vorzeichen;art189,719720

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung