29. August 2021, 18:03 Uhr

Schneller als eine Schnecke

Sie soll schneller sein als eine Schnecke und bewegt sich vorwärts wie ein Regenwurm: Mit einer eigenen Maschine wollen Mosbacher Studenten den Tunnelbau vorantreiben. Ihr »Dirt-Torpedo« soll vor allem Tech-Multimilliardär Elon Musk überzeugen.
29. August 2021, 18:03 Uhr
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Von DPA
Team »Dirt Torpedo: Adrian Fleck (l.) und weitere Studenten präsentieren in einer Werkshalle die Komponenten für die neue Tunnelbohrmaschine. FOTO: DHBW MOSBACH/DPA

Einen Gelenkschutz aus Speisestärke hat Adrian Fleck bereits erfunden, jetzt will er mit seinem Team die Zukunft des Tunnelbaus revolutionieren. Der 22-Jährige und zehn weitere Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mosbach und Ravensburg sowie an der TU Darmstadt haben einen »Dirt-Torpedo« zusammengebaut, mit dem sie Tesla-Gründer Elon Musk überzeugen wollen. Der US-Unternehmer hat einen Tunnelbau-Wettbewerb für ein Projekt in der amerikanischen Mojave-Wüste ausgelobt. Das Team konnte sich gegen 400 Bewerber durchsetzen und ist nun in der Runde der letzten Zwölf.

Den Wettkampf gewinnt das Team, das am 12. September in der Wüste zwischen Las Vegas und Los Angeles einen 30 Meter langen Tunnel gräbt und dabei am schnellsten, besonders präzise und am saubersten arbeitet. Die Tunnelbohrmaschine soll sich schneller als eine Weinbergschnecke fortbewegen, sie soll möglichst genau navigieren, den Abraum zügiger wegräumen und den Tunnel bereits beim Bohren mit Beton auskleiden.

Das zusammengeschraubte Modell aus dem Odenwald mit dem Namen »Dirt-Torpedo« haben die Studenten in Mulfingen (Hohenlohekreis) vorgestellt. Mit rund vier Metern Länge und einem Durchmesser von 60 Zentimetern erinnert der zwei Tonnen schwere Riesenbohrer der Nachwuchsforscher an seinen Namensgeber aus dem Waffenarsenal.

In der Wüste soll sich der Torpedo nicht nur durchs Erdreich wühlen, sondern auch den Schutt zerkleinern und durch eine Art Staubsauger nach hinten transportieren. »Das Zerkleinern funktioniert wie bei einer Pfeffermühle«, erklärte Fleck. »Ím hinteren Segment haben wir uns von einem Regenwurm und seinen Bewegungen inspirieren lassen.« Die Komponenten blähen sich auf und schieben das Modell Stück für Stück nach vorne, beschrieb der 22-Jährige aus Fulda die Entwicklung. Zeitgleich soll die Maschine die Tunnelröhre betonieren und so ein Einstürzen verhindern. Ob es funktioniert, werden die Maschinenbaustudenten, Elektrotechniker und Informatiker erst in der Wüste sehen. Denn für eine Generalprobe reicht die Zeit nicht aus.

Tech-Multimilliardär Musk will mit seiner Boring Company das Verkehrschaos durch Tunnel beseitigen. Straßennetze sollen unterirdisch erweitert, der Flächenverbrauch oben soll reduziert werden. So sollen Zeit und Kosten gespart werden.

Fast zeitgleich zur Präsentation der Bohrmaschine erhielten die Studenten auch die erlösende Nachricht, dass die Einreise in die USA trotz der scharfen Corona-Auflagen genehmigt wurde. »Wir haben soeben eine Mail aus Berlin bekommen«, sagte Fleck.



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