12. Oktober 2021, 20:25 Uhr

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Jeder hat es, benutzt es und schimpft, wenn es nicht da ist. Unser gesellschaftliches Leben ist durchdrungen von einer Vielzahl verschiedener Telekommunikationstechniken.
12. Oktober 2021, 20:25 Uhr
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Aus der Redaktion
Die kommende Mobilfunkgeneration 5G verspricht eine noch bessere Übertragungstechnik. FOTO: DPA

Handy, WLAN und 5G - was genau ist das eigentlich?

Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und frage meine Freundin Karin-Petra so beiläufig wie möglich: »Handy, WLAN und 5G: was ist eigentlich genau der Unterschied?« Sie schaut mich prüfend an, ob ich mir wohl einen Scherz erlaube. »Wie hast du denn früher telefoniert?« fragt sie. »Per Festnetz, natürlich!« - »Ja, genau. Und heute telefonieren wir meistens mobil. Und das geht ohne Kabel. Alle diese Techniken dienen also der drahtlosen Kommunikation.«

Jede drahtlose Informationsübertragung geschieht mittels Funkwellen, technisch als elektromagnetische Felder (EMF) bezeichnet. Solche Felder tragen Energie. Es kann damit Information über unterschiedlich weite Strecken transportiert werden. Sowohl zum Senden als auch zum Empfangen von Funkwellen braucht man Antennen. Die Reichweite von früheren Fernseh- und Rundfunksignalen konnte mehr als 100 km betragen. Die Antennen waren riesig und unübersehbar auf allen Dächern. Heutige Handys übertragen ihre Signale bis zur nächsten Basisstation im Bereich von höchstens einigen Hundert Metern. Ihre Antennen sind klein und in jedem Gerät gut versteckt.

Die Entwicklung der Handy-Mobilfunktechnik teilt man in G wie »Generationen« ein: Nach dem Start in den 60er Jahren (G1) kam GSM (G2), UMTS (G3) und das gegenwärtige LTE (4G). Als 5G wird die kommende Mobilfunkgeneration bezeichnet, mit einer noch besseren Übertragungstechnik. Ein wichtiges Merkmal der Funkwellen ist deren Frequenz. Eine Handy-Funkwelle schwingt in jeder Sekunde einige Milliarden Mal auf und ab. Die Frequenz beträgt dann einige Gigahertz (GHz). Und sie breitet sich rasant schnell aus, nämlich mit Lichtgeschwindigkeit, was immerhin etwa 300 000 km pro Sekunde sind.

»Aha«, versuche ich zu verstehen. »5G ist also nichts anderes als eine Handy-Technik (mit SIM-Karte und Telefonnummer). Was aber ist WLAN?«. Karin-Petra ist sehr geduldig: »WLAN ist eine drahtlose Übertragungstechnik für kurze Strecken, z. B. innerhalb der Wohnung oder auf einem öffentlichen Platz. Im Ausland sagt man häufig auch WiFi dazu.«

Auch WLAN arbeitet im Gigahertz-Frequenzbereich. Im Unterschied zum 4G oder 5G des Handy-Mobilfunks kommt WLAN mit wesentlich geringerer EMF-Energie aus. Für noch kürzere Reichweiten mit noch geringeren Energien wird Bluetooth (nach dem dänischen König Harald Blauzahn) benutzt. Hierfür müssen sich die kommunizierenden Geräte im Abstand von einigen Metern zueinander befinden. Handys können meistens sowohl Bluetooth, WLAN und 4G (oder neuerdings 5G).

»Und wenn ich mit meinem Computer ins Internet will? Was benutze ich dafür?«, will ich von Karin-Petra wissen. »Wenn du mit deinem Laptop auf dem Schoß auf dem Sofa sitzt, dann greifst du per WLAN auf deinen Router zu. Der verbindet dich per Telefonkabel (also nicht mehr mittels EMF) mit dem Internet. Du kannst dich aber auch per WLAN oder Bluetooth mit deinem Handy verbinden, das dann über 4G oder 5G ins Internet geht. Dann geht die gesamte Übertragung drahtlos.«

Jetzt will aber Karin-Petra wissen: »Und die Handy-Strahlung? Ist die nicht gefährlich?« Darüber kann man mehr erfahren am 31. Oktober um 17 Uhr im Barfüßerkloster in Grünberg.

Prof. Breckow ist Experte für Medizinische Physik und Strahlenschutz an der THM Gießen.



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