09. August 2021, 21:37 Uhr

Meteorologie zum Mitmachen

In einer »Werkstatt« in Offenbach kann man Wetterlagen und Klimaphänomene anfassen. »Das richtige Angebot zur richtigen Zeit«, findet der Chef des Deutschen Wetterdienstes.
09. August 2021, 21:37 Uhr
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Von DPA
Die Klimawerkstatt in Offenbach soll komplexe meteorologische Zusammenhänge für Besucher erfahrbar machen. FOTO: DPA

Eine Windmaschine und eine Luftwaage, ein Klima-Quiz und ein CO2-Spar-Spiel: In Offenbach lädt eine Wetter- und Klimawerkstatt zum Mitmachen ein. In der Stadt, in der der Deutsche Wetterdienst (DWD) seinen Hauptsitz hat, gibt es damit neben dem Wetterpark einen zweiten Lernort, der Menschen Meteorologie näherbringt. Das Gemeinschaftsprojekt von Stadt und DWD wurde schrittweise eröffnet und zieht nun immer mehr Besucher an.

»Das Angebot soll jeden ansprechen«, sagt Britt Baumann (Foto), die das Projekt leitet. Die Mitarbeiter organisieren vormittags Workshops für Kitas und Schulklassen, zum Beispiel über die Reise eines Regentropfens. Am Nachmittag kann jeder kommen, die Werkstatt liegt mitten in der Fußgängerzone. Einmal die Woche gibt es am Abend Vorträge, derzeit noch online, ab Herbst hoffentlich vor Ort.

Ganz hinten in dem großen, langen, hellen Raum flirren Lichtpunkte über die Wand. Wer sich davorstellt, wird Teil der Projektion und beeinflusst die Partikel, die - je nach Einstellung an einem Rädchen an der Wand - Regen, Schnee, Nebel oder Luftmoleküle darstellen. »Wir wollen damit zeigen, dass jeder Mensch das Wetter und das Klima beeinflusst«, sagt Annina Schubert, die als »Guide« durch die Ausstellung führt oder für Fragen zur Verfügung steht.

Experimente und Betroffenheiten

An den Wänden lehnen Schautafeln, zum Beispiel über das aktuelle Thema Wetterextreme und Wetterwarnungen. Auf Bildschirmen laufen Videos des Youtubers Fabian Grischkat. »Wir wollen Wissenschaft runterbrechen«, sagt Schubert, »Berühren heißt Begreifen«. In einem der Mitmach-Experimente geht es um Luftdruck: Auf die eine Seite der Waage kommt ein schlapper Luftballon, auf die andere ein aufgepumpter. Welcher ist schwerer?

Ziel ist es, so der DWD, »interessierte Laien mit bildhaften Experimenten und Installationen über Wetter, Wettergefahren, Klima und Klimaveränderung zu informieren«. Eine solche Werkstatt sei »das richtige Angebot zur richtigen Zeit«, sagt der Präsident des Deutschen Wetterdienstes, Gerhard Adrian. Kommunikation sei nur dann erfolgreich, »wenn sie nicht nur auf Fakten setzt, sondern auch persönliche Betroffenheiten ernst nimmt«.

Die Mitarbeiter der Werkstatt müssten viele Fragen beantworten, sagt Schubert. Seit der Flutkatastrophe in der Eifel sei das Thema mehr ins Bewusstsein gerückt. Wenn die Fragen zu speziell werden, rufen die Mitarbeiter einfach »drüben« an - also in der DWD-Zentrale.

Wer danach noch mehr wissen will, kann in den Wetterpark fahren. Bei einem Spaziergang durch den 20 000 Quadratmeter großen Park kann man - schon seit 2005 - weitere Antworten auf meteorologische Fragen finden.



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