22. Juni 2021, 21:17 Uhr

Mehr Kontakt, weniger Maske

Die niedrigen Zahlen machen es möglich: Hessen lockert seine Corona- Regeln, etwa zu Masken und Kontakten, teils deutlich. Weitere Öffnungen gibt es auch für den Handel und das Gastgewerbe.
22. Juni 2021, 21:17 Uhr
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Von DPA
Gute Nachrichten für Sportler: Auch Fitnessstudios dürfen ab Freitag mit Kontakterfassung und Hygienekonzept wieder öffnen. FOTO: DPA

Mit Blick auf die stabil niedrigen Zahlen bei den Neuinfektionen lockert Hessen seine Corona-Regeln deutlich. Das betrifft unter anderem private Kontakte, Einkaufen und die Gastronomie. An den Schulen werde die Maskenpflicht im Unterricht entfallen, kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in Wiesbaden an. Schülerinnen und Schüler müssten nur noch im Gebäude, in den Gängen und bis zum Platz eine Schutzmaske tragen. Es soll weiterhin zweimal die Woche einen Corona-Test geben.

Die neue Verordnung gilt landesweit einheitlich ab dem 25. Juni und zunächst für vier Wochen. Sie mache eine »weitgehende Rückkehr zu mehr Normalität möglich«, erklärte Bouffier. »Wir haben eine erfreuliche Entwicklung«, sagte Bouffier mit Blick auf die Inzidenzen, also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100 000 Einwohner. Das eröffne die Möglichkeiten für Öffnungen. Die sinkenden Werte zeigten, dass die Maßnahmen gegriffen hätten und dass sie von der Bevölkerung angenommen worden seien.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Hessen war am Dienstag noch einmal leicht gesunken. Der landesweite Wert lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 9,2. Die Behörden meldeten demnach binnen eines Tages 41 neue Corona-Infektionen sowie 20 weitere Todesfälle, die mit SARS-CoV-2 in Verbindung gebracht wurden.

Der Ministerpräsident warnte aber auch: »Die Pandemie ist nicht vorbei, wir sind mittendrin.« Er verwies unter anderem auf die Delta-Variante des Coronavirus und den Reiseverkehr im Sommer. Sollten die Infektionen wieder zunehmen, könnten erneute Einschränkungen notwendig werden, sagte Bouffier. Dies geschehe dann auf Basis des hessischen Eskalationskonzeptes. »Wir müssen auch weiterhin besonnen und achtsam bleiben, um das Erreichte nicht zu verspielen.« Bei einem Infektionsgeschehen an einer Schule könnte dort beispielsweise die Maskenpflicht im Unterricht wieder eingeführt werden.

Klose ergänzte: »Der Blick auf die aktuell massive Ausbreitung der Delta-Variante in Portugal, England oder Russland sollte uns mahnen, die endlich möglichen Freiheiten über den Sommer hinaus sorgsam zu bewahren.«

Aktuell seien die Belegungszahlen der Krankenhäuser und Intensivstationen mit Covid-19--Patienten stark zurückgegangen, die Todeszahlen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion deutlich gefallen, erläuterte Klose. Mehr als 50 Prozent der Hessen seien mindestens einmal geimpft worden, fast 30 Prozent hätten bereits den vollen Impfschutz.

Diese Regeln gelten ab 25. Juni im Einzelnen:

Maskenpflicht: Im Freien wird die Maskenpflicht aufgehoben. Das Tragen einer Maske wird aber weiter empfohlen, wenn Abstände nicht eingehalten werden können. Eine Maskenpflicht besteht aber weiter in Innenräumen bis zum Sitzplatz.

Private Treffen: Für private Treffen gibt es keine Einschränkungen mehr. Empfohlen wird jedoch das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln. Auch zu Corona-Tests wird weiterhin geraten. Ab 25 Personen gelten im öffentlichen Bereich Veranstaltungsregeln. Damit soll eine Nachverfolgung der Kontakte gewährleistet werden.

Arbeitsplätze: Für die Arbeitsplätze gelten keine landesrechtlichen Einschränkungen.

Schule: Es gilt Präsenzunterricht für alle Klassen. Die Corona-Testpflicht zweimal pro Woche bleibt bestehen. Eine Maske soll im Schulgebäude und Klassenzimmer bis zum Sitzplatz getragen werden. Im Unterricht muss keine Maske getragen werden.

Kita: Der Regelbetrieb mit Hygienemaßnahmen wird wieder eingeführt. Die Gruppen können damit wieder gemischt werden. Für die Einführung dieser Regelungen gilt eine Übergangsfrist bis zum 5. Juli. Die Maskenpflicht für die Kita-Fachkräfte entfällt.

Sport: Mannschaftssport ist weiter möglich. Schwimmbäder dürfen mit Personenbegrenzung öffnen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Fitnessstudios können mit Kontaktdatenerfassung sowie Abstands- und Hygienekonzept öffnen.

Kultur: Kulturveranstaltungen sind mit einem Hygiene- und Abstandskonzept drinnen und draußen möglich.

Veranstaltungen (ab 25 Personen): Veranstaltungen ab dieser Größenordnung sind mit Auflagen erlaubt. Dazu zählen ein Abstands- und Hygienekonzept, eine Testpflicht in Innenräumen sowie die Kontaktdatenerfassung. Maximale Teilnehmer der Veranstaltungen: 250 Personen im Innenbereich und 500 Personen außen (Geimpfte und Genesene zählen nicht mit). Größere Veranstaltungen sind genehmigungspflichtig.

Körpernahe Dienstleistungen: Diese sind mit einer Maskenpflicht geöffnet. Voraussetzung sind die geltenden Hygienevorgaben und die Kontaktdatenerfassung.

Einzelhandel: Alle Geschäfte können ohne Quadratmeterbegrenzung ihre Türen öffnen. Es gilt Maskenpflicht.

Gastronomie: Restaurants, Kneipen und Cafés können mit einem Hygiene- und Abstandskonzept drinnen und draußen Gäste empfangen. Voraussetzung ist eine Kontaktdatenerfassung. Es gilt eine Maskenpflicht für das Personal sowie die Gäste bis zum Platz. In Innenräumen ist eine Testpflicht vorgeschrieben.

Clubs und Diskotheken: Im Außenbereich ist das Öffnen mit Auflagen wie der Testpflicht und einer Personenbegrenzung machbar. Die Öffnung der Innenbereiche als Bar und Gastronomie ist erlaubt, nicht aber als Tanzveranstaltung.

Hotels und Übernachtungen: Die Übernachtung in Hotels und Pensionen ist mit Auflagen wie einer Testpflicht einmal pro Woche sowie Abstands- und Hygieneregeln erlaubt.

ÖPNV: Die Maskenpflicht im Fahrzeug und in den Bahnhofsgebäuden bleibt bestehen.

Hochschulen: Es gilt der Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen mit weiteren Erleichterungen.

Prostitution: Diese wird mit einer Testpflicht, Hygienevorgaben und einer Kontaktdatenerfassung der Besucher geöffnet. dpa



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