04. März 2021, 20:17 Uhr

Lockerungen ab Montag

04. März 2021, 20:17 Uhr
Ministerpräsident Volker Bouffier erklärt auf einer Pressekonferenz die neuen Corona-Regeln. Wenn die Infektionszahlen ansteigen, sollen Lockerungen wieder zurückgenommen werden. ARCHIVFOTO: DPA

Wiesbaden - Hessen wagt vom kommenden Montag an weitere vorsichtige Öffnungsschritte des Corona-Lockdowns. Unter anderem sollen die Beschränkungen bei privaten Kontakten etwas gelockert werden. Unter strengen Vorgaben und mit einem persönlichen Termin darf man wieder in einem Geschäft einkaufen gehen. Für Kinder im Alter von unter 14 Jahren wird Sport im Freien erleichtert, und auch ein Besuch im Zoo oder Museum ist wieder möglich. Grundsätzlich wird der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie angesichts weiter hoher Infektionszahlen bis zum 28. März verlängert.

»Worauf wir uns vonseiten der Länder in den langen Verhandlungen mit dem Bund verständigt haben, ist ein Kompromiss«, erklärte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts. »Denn wir müssen weiterhin vorsichtig sein, um das Erreichte nicht zu gefährden.« Die Instrumente Impfen und Testen würden helfen, den Weg aus dem Lockdown behutsam zu gehen.

Die Regierungschefs von Bund und Ländern hatten sich am späten Mittwochabend nach langen Verhandlungen auf eine stufenweise Öffnungsstrategie geeinigt. Führen einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen in einer Region, werden alle Erleichterungen jedoch wieder gestrichen.

Kostenlose Tests

Ab Montag hat jeder Bürger Anspruch darauf, einmal pro Woche einen kostenlosen Schnelltest durchführen zu lassen - unabhängig von möglichen Covid-19-Symptomen. Das ist nach den Worten von Bouffier etwa beim Arzt, in der Apotheke oder im Testzentrum möglich. »Die ausreichende Verfügbarkeit von Schnelltests sowie die Zulassung erster Produkte zur Selbstanwendung ermöglichen, den Baustein Testen weiter auszubauen«, erläuterte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne).

In den Krankenhäusern und bei den Todesfällen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion habe es in den vergangenen Wochen eine positive Entwicklung gegeben, sagte Klose. Dies habe auch damit zu tun, dass inzwischen mehr als 80 Prozent der Bewohner in den Alten- und Pflegeheimen geimpft seien. Klose kündigte an, dass spätestens im April niedergelassene Ärzte beim Impfen flächendeckend mit eingebunden werden sollen. Anfang bis Mitte April werde voraussichtlich sehr viel mehr Impfstoff zur Verfügung stehen, sagte Bouffier.

Die neuen Corona-Regeln gelten ab kommendem Montag (8. März) und sind zunächst bis zum 28. März befristet.

Private Treffen: Um die Corona-Pandemie einzugrenzen, sollen die Einschränkung von Kontakten weiter ein wichtiges Instrument sein. Die Lockerung sieht nun vor, dass Treffen von zwei Haushalten mit höchstens fünf Personen wieder möglich sind. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit. Bislang galt: ein Haushalt plus eine weitere Person, dazugehörige Kinder bis 14 zählten ebenfalls nicht mit.

Einkaufen: Baumärkte, Gartenmärkte, Baumschulen sowie Buchhandlungen dürfen öffnen. Alle weiteren Geschäfte dürfen »Click&Meet« anbieten. Das bedeutet, dass Beratung und Verkauf mit vorheriger Terminvereinbarung und Datenerfassung erfolgen kann. Es gelten zudem Zugangsbeschränkungen: eine Person je angefangener 40 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Sport für Kinder

Sport und Freizeit: Freizeit- und Amateursport ist entsprechend der erweiterten Kontaktregeln möglich - also mit bis zu zwei Haushalten mit höchstens fünf Personen. Kinder unter 14 Jahren dürfen Sport unter freiem Himmel auch in Gruppen machen. Sportanlagen können vor Ort auch weiterhin geöffnet werden. In Fitnessstudios kann - bei entsprechenden Hygienevorkehrungen - mit Einzelterminen trainiert werden. Erlaubt ist nur eine Person je 40 Quadratmeter Trainingsfläche. Eine Datenerfassung muss erfolgen.

Freizeit und Kultur: Museen, Schlösser, Gedenkstätten, Tierparks, Zoos und botanische Gärten dürfen mit umfassendem Hygienekonzept öffnen. Eine Terminvereinbarung ist notwendig. Dabei müssen die Kontaktdaten hinterlegt werden, um Kontakte nachverfolgen zu können.

Dienstleistungen im Bereich Körperpflege: Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege dürfen unter strengen Auflagen öffnen. Dazuzählen Terminvereinbarung und Kontaktdatenerfassung. Wenn bei der Behandlung nicht durchgehend eine Maske getragen werden kann, soll ein tagesaktueller Schnelltest vorliegen oder vor Ort ein Selbsttest durchgeführt werden.

Quarantäne: Nach einer positiven Selbsttestung muss sich der Getestete in Quarantäne begeben und einen PCR-Test durchführen. Einreisende aus Virusvarianten-Gebieten müssen sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Eine Verkürzung durch einen negativen Corona-Test ist nicht möglich. Die Vorgaben gelten auch für geimpfte Personen. dpa

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