15. Dezember 2020, 20:52 Uhr

Letzte Chance für Haarschnitt und Shopping

15. Dezember 2020, 20:52 Uhr
Mit ordentlichen Rabatten warben Geschäfte gestern um die letzten Kunden vor dem Lockdown. FOTO: DPA

Wiesbaden - Letzte Möglichkeit für einen Haarschnitt und Schlange stehen beim Weihnachtseinkauf: Am letzten Tag vor dem verschärften Shutdown haben zahlreiche Menschen die Gelegenheit für letzte Besorgungen genutzt. »Das Telefon klingelt ununterbrochen«, sagte Svetlana Basato vom Friseursalon »La Linea Basato« in Frankfurt. Sowohl am Montag als auch am Dienstag seien die Öffnungszeiten in dem Frankfurter Laden auf 7 bis 24 Uhr erweitert worden. Es seien schwierige Zeiten, aber anderen - etwa den Beschäftigten in der Gastronomie - gehe es noch viel schlechter. »Wir müssen positiv in die Zukunft blicken.«

Auch der hessische Einzelhandel zeigte sich trotz der anstehenden Schließungen verhalten optimistisch. »Wir können noch viele Kunden vor dem Fest glücklich machen«, sagte Einzelhandelsverbands-Präsident Jochen Ruths am Dienstag. Grund seien die »sehr guten Regelungen« der Landesregierung zu Liefer- und Abholmöglichkeiten für bestellte Waren während der Zeit der Ladenschließungen. »Die Leute wissen, dass sie ihre Sachen noch vor Weihnachten bekommen. Das hilft uns sehr«, sagte der Textilhändler aus Friedberg. Zwar nutzten am Dienstag noch viele Menschen die Gelegenheit, um in den Innenstädten Geschenke zu kaufen. Der große Ansturm blieb aber wohl angesichts des schlechten Wetters zunächst aus. In Hessen hatten am Dienstag zahlreiche Geschäfte das letzte Mal vor Beginn des Lockdowns geöffnet. Ab Mittwoch müssen sie dann zunächst bis zum 10. Januar geschlossen bleiben. Der Einzelhandels-Verband rechnet angesichts der Schließungen mit massiven Einbußen. Dennoch gebe es positive Entwicklungen, sagte Präsident Ruths. Gerade gingen die ohnehin beliebten Gutscheine durch die Decke, berichtete er. »Die können wir auch digital oder per Post verschicken. Dafür muss keiner in die Stadt fahren.« Unterdessen kritisierte der hessische Friseurverband den Shutdown scharf. »Das kommt zum unsagbar schlechtesten Zeitpunkt«, sagte René Hain, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands Friseurhandwerk Hessen in Hanau. »Der Dezembermonat mit dem Vorweihnachtsgeschäft ist die umsatzstärkste Zeit.«

Um die Innenstädte vor einem Ladensterben und einer Verödung zu retten, sollen diese mit einem neuen Hessenplan gestärkt werden. Das Investitionsprogramm soll mit einem Volumen von 40 Millionen Euro bis Ende 2023 laufen, teilte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) mit. Das Bündnis sei mit den kommunalen Spitzenverbänden, dem Industrie- und Handelskammertag, den Handwerkskammern, dem Handels- sowie dem Hotel- und Gastronomieverband und der Architekten- und Stadtplanerkammer gegründet worden. »Schon lange vor Beginn der Corona-Pandemie hat die Krise der Innenstädte begonnen.« Corona habe den Prozess stark beschleunigt. Ziel des »Bündnisses für die Innenstadt« sei es, die Erfahrung aller Beteiligten zu bündeln und einen Zukunftsplan zu entwickeln. dpa

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