Hessen

Leichte Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt

Nürnberg/Frankfurt/Gießen - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März dank einer Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt im Vergleich zum Februar um 77 000 zurückgegangen. Insgesamt waren im März 2,827 Millionen Menschen ohne Job, 492 000 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote betrug 6,2 Prozent.
31. März 2021, 21:16 Uhr
DPA

Nürnberg/Frankfurt/Gießen - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März dank einer Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt im Vergleich zum Februar um 77 000 zurückgegangen. Insgesamt waren im März 2,827 Millionen Menschen ohne Job, 492 000 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote betrug 6,2 Prozent.

»Im März gab es am Arbeitsmarkt eine spürbare Frühjahrsbelebung«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. »Und das, obwohl die Infektionen steigen und die Einschränkungen für einige Wirtschaftsbereiche nach wie vor bestehen«, fügte er hinzu. Allerdings greift die Erhebung der Daten der Bundesagentur nur bis zum 11. März.

Insgesamt zeige der Arbeitsmarkt dennoch deutliche Spuren der seit einem Jahr andauernden Corona-Krise, sagte Scheele. Unter anderem bleibt die Kurzarbeit hoch. In der Zeit vom 1. bis 25. März hätten Betriebe für 197 000 Menschen Kurzarbeit angezeigt. Ob diese tatsächlich realisiert wird, kann erst mit Verzögerung ermittelt werden. Die letzten verlässlichen Daten reichen in den Januar zurück. Im ersten Monat des Jahres 2021 wurde für 2,85 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld gezahlt.

Jobverlust vor allem in der Gastronomie

Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist trotz des Corona-Lockdowns zum zweiten Mal in Folge in diesem Jahr gesunken. Insgesamt wurden im März 191 225 arbeitslose Frauen und Männer registriert, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt berichtete. Das waren 6641 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,5 Prozent. Allerdings hatte es vor einem Jahr und damit zu Beginn der Corona-Krise noch rund 37 600 Arbeitslose weniger gegeben. Die Quote hatte damals 4,5 Prozent betragen.

»Obwohl die Fachkräftenachfrage noch lange nicht das Niveau des Vorjahresquartals erreicht hat, kommt etwas mehr Bewegung in den Arbeitsmarkt«, erläuterte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. Bei den Langzeitarbeitslosen gab es dagegen einen Anstieg um 1,4 Prozent gegenüber Februar. Jobverluste gab es der Arbeitsagentur zufolge vor allem in der Gastronomie, bei Leiharbeitsfirmen, in der Industrie und bei industrienahen Dienstleistern. Mehr Beschäftigte als im Vorjahresmonat wurden unter anderem in der Land- und Forstwirtschaft registriert.

Weiterhin schwierig bleibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen sank im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,3 Prozent. Die Zahl der Bewerber verringerte sich um 15,7 Prozent.

Auch die Anzeigen für Kurzarbeit sind weiter gesunken. Im Berichtsmonat erreichten die Agenturen rund 1260 neue Anzeigen für etwa 12 130 Personen. Vor einem Jahr wurden noch 223 500 Personen gemeldet. Seit März 2020 gingen bis heute in Hessen rund 88 300 Anzeigen für über 1,115 Millionen Personen ein.

Gießener AA-Chef noch vorsichtig

Auch in der Region ist die Zahl der Arbeitslosen im März saisonbedingt gesunken. Wie die Arbeitsagentur Gießen meldet, waren im Landkreis Gießen, im Wetterau- und im Vogelsbergkreis insgesamt 18 907 Menschen arbeitslos gemeldet, 684 weniger als noch im Februar. Nominal war der stärkste Rückgang im Wetter-aukreis, prozentual im Vogelsbergkreis zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 und lag danach bei 5,0 Prozent. Ein Jahr zuvor waren im März 2328 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote betrug 4,5 Prozent.

»Die Zahlen sind gut, viele Prognosen auch, aber die Auswirkungen auf den regiona- len Arbeitsmarkt sind noch nicht absehbar«, kommentiert Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die neusten Statistiken. »Die Arbeitslosigkeit ist saisonüblich zurückgegangen, liegt aber deutlich über dem Vorjahresniveau.« Im März haben im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen 3692 kurzarbeitende Betriebe einen Antrag auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld gestellt und bewilligt bekommen. Das waren 862 betroffene Betriebe mehr als im Februar.

Im Kreis Gießen waren im März insgesamt 8870 Menschen erwerbslos gemeldet, 192 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf nun 6,0 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,4 Prozent. Damals waren 1065 Menschen weniger registriert.

Im Wetteraukreis hat sich die Zahl der Arbeitslosen im März um 345 Personen auf jetzt 7787 reduziert. Die Quote ging um 0,2 zurück und liegt nun bei 4,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 1259 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 3,9 Prozent.

Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im März weiter gesunken. 2250 Personen waren arbeitslos gemeldet, 147 Personen weniger als noch im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 und liegt nun bei 3,9 Prozent. Im Vorjahresmonat waren vier Erwerbslose weniger gemeldet. Damals wurde eine Quote von ebenfalls 3,9 Prozent verzeichnet. dpa/pm/pi

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/leichte-fruehjahrsbelebung-am-arbeitsmarkt;art189,730257

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