29. April 2021, 19:31 Uhr

Leichte Belebung am Arbeitsmarkt

29. April 2021, 19:31 Uhr

Nürnberg/Gießen - Die Zahl der Arbeitslosen ist dank einer leichten Frühjahrsbelebung in Deutschland gesunken. Im April waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Donnerstag 2,771 Millionen Menschen ohne Job, 56 000 weniger als im März, aber 127 000 mehr als im April vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent. »Die anhaltenden Einschränkungen in vielen Bereichen bremsen die Erholung zwar, führen aber insgesamt zu keinen neuen Belastungen«, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele. Für die April-Statistik wurden Daten bis zum 13. April erfasst.

Geprägt wird der Arbeitsmarkt weiterhin durch die Kurzarbeit. Für Februar rechnete die Bundesagentur eine Zahl von 3,27 Millionen Menschen hoch, die Kurzarbeitergeld empfangen. Im Januar lag die Zahl bei 3,19 Millionen. Die Bundesagentur hatte ihre zuletzt gemeldete Januar-Zahl aufgrund von Nachmeldungen korrigieren müssen, im vergangenen Monat hatte sie diese noch mit rund 2,6 Millionen angegeben. Den Höchststand hatte die Kurzarbeit im April 2020 erreicht, als für knapp sechs Millionen Menschen Kurzarbeitergeld bezahlt wurde.

Angezogen hat im Frühjahr die Nachfrage nach Arbeitskräften. Im April waren der Bundesagentur zufolge 629 000 freie Stellen gemeldet, 2000 mehr als noch vor einem Jahr. Der April 2020 war der erste Monat, in dem die Auswirkungen des Lockdowns der ersten Corona-Welle voll zum Tragen gekommen waren.

Auch in Hessen ist die Zahl der Arbeitslosen zum dritten Mal in Folge in diesem Jahr gesunken. Im April registrierte die Arbeitsagentur im Land rund 188 000 arbeitslose Frauen und Männer, wie die Regionaldirektion am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das waren rund 3000 weniger als noch im März, die Arbeitslosenquote verblieb bei 5,5 Prozent. Damit zeige sich der Arbeitsmarkt weiter stabil mit leichten Erholungstendenzen, sagte eine Sprecherin.

Im April des Vorjahres, während der ersten Corona-Welle, hatte die Quote noch bei 5,2 Prozent gelegen. Die Arbeitslosenzahl war damals um 15 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf rund 177 000 angestiegen.

Trend auch in der Region spürbar

In der Region insgesamt sind die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat ebenfalls leicht gesunken. Mit 18 862 waren 45 Menschen weniger als im März erwerbslos gemeldet. Das berichtete die Arbeitsagentur Gießen. Die Quote liegt aktuell bei 5,0 Prozent. Betrachtet man die zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehörenden Kreise - Kreis Gießen, Wetteraukreis und Vogelsbergkreis - einzeln, fällt allerdings auf, dass sich der bundesweite Trend zu sinkenden Arbeitslosenzahlen im Wetteraukreis nicht bemerkbar macht. Hier liegt die Quote auf dem gleichen Niveau wie im Vormonat - allerdings mit 4,6 Prozent auf einem vergleichsweise niedrigen Wert. Ein Blick in die Zahlen zeigt, dass hier 79 Menschen mehr erwerbslos gemeldet waren als im März.

Im Kreis Gießen waren im April dagegen 100 Menschen mehr beschäftigt als noch im Monat zuvor. Das schlägt sich auch auf die Arbeitslosenquote nieder. Mit 5,9 ist dieser Wert um 0,1 Prozentpunkt im Vergleich zum März gesunken und liegt nun auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Die zahl der offenen Stellen ist leicht um 33 auf 2252 gestiegen.

Auch im Vogelsbergkreis macht sich der positive Trend bemerkbar. Hier sank die Arbeitslosenquote auf ohnehin niedrigem Niveau von 3,9 im März auf 3,8 im April. 2226 Menschen waren arbeitslos, 24 weniger als im Vormonat. Die Zahl der offenen Stellen stieg sogar um 71 auf 742.

Männer profitieren stärker

Der Zugang an neu gemeldeten Arbeitsstellen ist in der Region im abgelaufenen Monat im Vorjahresvergleich sprunghaft gestiegen. Der Grund dafür liegt an dem niedrigen Stellenzugang im April 2020. Der Bestand an Arbeitsstellen pendelt sich auf einem zu den Vorjahren vergleichsweise niedrigen Wert ein. Nach wie vor sind Arbeitgeber bei der Meldung neuer Vakanzen deutlich zurückhaltender als vor der Pandemie.

Im April meldeten Arbeitgeber den Arbeitsagenturen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau insgesamt 1295 neue Stellen. Dies waren 380 Stellen mehr als im April des Vorjahres. Dies entspricht einem Anstieg von gut vierzig Prozent. »Absolut betrachtet wird trotz dieses Anstiegs das Niveau von 2019 aber nicht erreicht. Unter dem Strich ist dies eine positive Momentaufnahme«, sagt Eckart Schäfer, Leiter der Gießener Arbeitsagentur.

»Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit haben Männer und Jüngere am stärksten profitiert«, kommentiert Schäfer mit Blick auf die aktuelle Statistik. 10 954 Männer waren im jetzt abgelaufenen Monat im Gießener Agenturbezirk arbeitslos gemeldet, 84 weniger als im Vormonat.

Bei den Frauen stieg dagegen die Zahl der Arbeitslosen im April auf 7908 Frauen. Einen Monat zuvor waren es 39 weniger. dpa/kan/pm

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