08. November 2021, 20:58 Uhr

Lebenslange Haft gefordert

08. November 2021, 20:58 Uhr
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Von DPA
Der Iraker in Frankfurt auf der Anklagebank. FOTO: DPA

- Im Frankfurter Prozess um den Tod eines kleinen Mädchens aus der Volksgruppe der Jesiden hat die Bundesanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten gefordert. Zudem solle die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, forderte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft gestern in ihrem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt. Eine Strafaussetzung nach 15 Jahren sei angesichts der Taten des angeklagten Irakers nicht angemessen.

Der 31-Jährige habe das Mädchen im Hochsommer 2015 eine Stunde lang in glühender Mittagshitze und praller Sonne im Innenhof seines Hauses im Irak an ein Fenstergitter gefesselt, um es zu bestrafen. Kurz darauf sei das Mädchen an den Folgen dieser Misshandlung gestorben. Taha Al-J. habe die Fünfjährige gemeinsam mit ihrer Mutter mindestens einen Monat lang als Sklavin gehalten. Er sei Mitglied der Terrormiliz IS gewesen, die einen organisierten Vernichtungsfeldzug gegen die Jesiden geführt habe, sagte Bundesanwältin Anna Zabeck. Sie wertete die Tat unter anderem als Körperverletzung mit Todesfolge. Das Mädchen sei vermutlich einem Hitzschlag erlegen. Zudem habe sich der 31-Jährige des Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen schuldig gemacht. Er misshandelte auch die Mutter des Mädchens, die gefangen gehalten, geschlagen und zu unentgeltlicher Arbeit gezwungen worden sei. Er habe beide auch gezwungen, den muslimischen Glauben auszuüben. Der IS habe mutmaßlich auch den Vater der Fünfjährigen ermordet. Das Urteil soll Ende November verkündet werden. dpa



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