11. August 2021, 22:33 Uhr

Kritik an Äußerung zu Migranten

11. August 2021, 22:33 Uhr
Hans-Jürgen Irmer (CDU, Lahn-Dill-Kreis) hat viel Unmut auf sich gezogen. FOTO: DPA

- Der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer hat mit rassistischen Äußerungen scharfe Kritik auf sich gezogen. In einem Video auf seiner Facebook-Seite verglich er Obergrenzen für Zuwanderung mit Obergrenzen für die Viehhaltung. Zudem fragte er in Zusammenhang mit Gleichstellungsquoten: »Wo bleibt eigentlich der normale weiße Bürger?«.

Wähler in Biebertal und Wettenberg

Für Irmer, der im Wahlkreis 172 - also dem Lahn-Dill-Kreis und den Gemeinden Wettenberg und Biebertal im Kreis Gießen - antritt, hagelte es anschließend nicht nur ungehaltene Kommentare unter dem Video, sondern auch heftige Kritik aus der Politik. Caroline Krohn, Direktkandidatin der Grünen im selben Wahlkreis wie Irmer, schreibt in einer Pressemitteilung: »Hans-Jürgen Irmer ist ein Rassist und steht nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Wer Menschen mit Vieh vergleicht, wer Normalsein über die weiße Hautfarbe definieren will, der ist ein Rassist und ein Hetzer und es ist eine Schande für die CDU, für den Lahn-Dill-Kreis und für ganz Deutschland, dass er damit bis hierhin durchgekommen ist.« Für ihn seien Menschen, die nicht aussehen oder denken und glauben wie er, nichts wert. Schon früher sei Irmer wegen ähnlicher Äußerungen aufgefallen. »Und immer wieder hat ihn seine CDU einfach machen lassen.«

Irmer hatte zu Ende des Videos gesagt: »Es ist schon erstaunlich, dass die Grünen sogar in der Landwirtschaft fordern, dass es pro Stall Obergrenzen gibt. In der Viehwirtschaft funktioniert das, aber Obergrenzen bei der Zuwanderung soll es nicht geben. Das macht den Widerspruch grüner Politik für mich sehr deutlich.«

Die Landesvorsitzende der SPD, Nancy Faeser, sagte: »Wer solche Aussagen verbreitet, hat den Boden des Grundgesetzes verlassen und in Parlamenten nichts verloren. Die CDU, Armin Laschet und Volker Bouffier müssen endlich klar sagen, ob sie Konsequenzen ziehen oder solche Ausfälle dulden.«

»Keine zufällige Entgleisung«

»Die jüngsten Äußerungen des hessischen Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer sind menschenverachtend und widerwärtig«, erklärte Petra Heimer, Landesvorsitzende der Linke in Hessen. »Das ist keine zufällige Entgleisung des Wetzlarer Bundestagsabgeordneten.«

Irmer wies die Kritik zurück. Das sei »Wahlkampf pur« und ein »bewusster, bösartiger Versuch« der gezielten Missinterpretation, erklärte er. Es sei ihm darum gegangen, einen aus seiner Sicht vorhandenen Widerspruch in der grünen Bundespolitik »etwas plastisch« zu machen. Ein Sprecher der CDU Hessen sagte: »Im Wahlkampf wird oft überzeichnet, und nicht jede Aussage ist glücklich.« pm/kan/dpa

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