14. April 2021, 21:58 Uhr

Kommunen organisieren Vergabe geplatzter Impftermine

14. April 2021, 21:58 Uhr

Wiesbaden - Wer dringend auf eine Corona-Impfung wartet, sollte sich auch bei seiner Stadt oder dem zuständigen Landkreis melden. Denn dort werden Termine vergeben, die zuvor nicht wahrgenommen wurden. Im Fall des Impfstoffs vom Hersteller Astrazeneca ist dies im Schnitt derzeit bei jedem vierten Termin der Fall, erklärte das Innenministerium gestern in Wiesbaden. Das Land empfiehlt deshalb den Impfzentren »eine maßvolle Überbuchung«. Voraussetzung für eine Anmeldung für die Nachrückerlisten der Kommunen sind die geltenden Priorisierungsvorgaben und eine Registrierung beim Land Hessen.

Der Odenwaldkreis berichtete gestern, die bisher geführte Back-up-Liste mit Beschäftigten aus den Bereichen Medizin und Pflege sowie dem Rettungsdienst sei erschöpft. Deshalb werde eine neue Nachrückerliste angelegt. Auch Menschen der dritten Priorisierungsgruppe könnten sich dafür bereits melden - dazu zählten Menschen zwischen 60 und 70 Jahren oder medizinisch vorbelastete Personen, Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz sowie Personal im Lebensmitteleinzelhandel. Astrazeneca- wird derzeit nur noch Menschen gespritzt, die älter als 60 Jahre sind.

Der Kreis Limburg-Weilburg will das inzwischen vorhandene Überangebot des Impfstoffs bei einem »Sonderimpftag« kommenden Samstag verabreichen. Am Sonntag gibt es im Werra-Meißner-Kreis einen Sonderimpftag für über 80-Jährige - ebenfalls mit Astrazeneca-Impfstoff. Auch in vielen weiteren Städten und Kreisen werden Listen für Nachrücker geführt oder vorbereitet.

Der Landkreis Kassel will ab morgen mit einer eigenen Plattform täglich 100 zusätzliche Termine vergeben - und kritisierte die Terminvergabe des Landes als schleppend und chaotisch. Die Kritik wies ein Sprecher des Innenministeriums zurück. Er räumte aber ein, durch sich ändernde Rahmenbedingungen wie etwa für Astrazeneca habe es immer wieder Anpassungsbedarf gegeben. Die Landesregierung appellierte an alle Hessen, ihren Impftermin wahrzunehmen. Sei dies nicht möglich, dann sollte er frühzeitig über das Registrierungsportal storniert werden. »Dadurch erhalten andere Registrierte schneller die Möglichkeit, einen Termin zu erhalten«, erklärte der Ministeriumssprecher. dpa

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