16. Februar 2021, 21:23 Uhr

In 30 Sekunden einsatzfähig

16. Februar 2021, 21:23 Uhr
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Von DPA
Die neue Feuerwache im Frachtbereich des Frankfurter Flughafens geht in Betrieb. Die Feuwehrleute haben im Ernstfall 180 Sekunden Zeit, um von ihren Ruheräumen zu den Fahrzeugen zu gelangen. FOTO: DPA

- Die Stiefel samt Einsatzhose stehen schon neben dem Löschfahrzeug bereit - im Ernstfall muss es schließlich schnell gehen. »Stiefel an und Hose hochziehen, Jacke drüber, Helm auf - in 30 Sekunden muss man einsatzfähig sein«, sagt Annette Rückert, Leiterin des Vorbeugenden Brandschutzes des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Die drei Rutschen und Stangen in der Fahrzeughalle, in der 18 Löschfahrzeuge Platz finden, sorgen dafür, dass die Feuerwehrleute im Alarmfall auch innerhalb der vorgeschriebenen 180 Sekunden aus ihren Ruheräumen zu den Fahrzeugen gelangen.

Mitarbeiterwünsche berücksichtigt

Erst vor wenigen Tagen hat die neue Feuerwache des größten deutschen Verkehrsflughafens nach zweieinhalbjähriger Bauzeit den Betrieb aufgenommen in der Cargo City Süd, also im Frachtbereich des Flughafens. Ein paar »Kinderkrankheiten« hat das neue Gebäude noch - etwa bei einem Teil der Automatiktüren, die nun doch noch nicht wie gewünscht per Knopfdruck aufschwingen. Geklagt wird dennoch wenig, denn beim Konzept wurden auch Mitarbeiterwünsche wahr - etwa bei den 33 Einzelruheräumen für die Feuerwehrleute, die im 24-stündigen Bereitschaftsdienst sind. Bisher teilten sie sich immer zu zweit einen Raum. Nun haben sie nicht nur mehr Privatsphäre, sondern können coronakonform ausspannen zwischen den Einsätzen. »Da waren wir Corona einen Schritt voraus«, sagt Rückert angesichts des bereits vor Jahren geplanten Konzepts für die neue Wache. Auch beim Fernsehraum mit den breiten Sesseln im Kinoformat wurden Mitarbeiterwünsche berücksichtigt.

Besonders stolz sind Rückert und ihre Kollegen auf das Feuerwehr-Trainings-Center. Es ist wie die gesamte Feuerwache auf dem neuesten Stand der Technik. In dem 23 Meter hohen Übungsturm etwa kann die Rettung von Menschen aus brennenden und verrauchten Gebäuden simuliert werden. Ausbildung könne unter realen Bedingungen durchgeführt werden, betont Rückert. Bei den sogenannten Planübungen können die Anwärter in den neuen Lehrräumen ebenfalls mithilfe von Modellen lernen, wie ein Einsatz auf dem Vorfeld geplant wird. Für den regelmäßigen Tauglichkeitsnachweis, in dem Feuerwehrleute ihre Fitness unter Beweis stellen müssen, gibt es einen Atemschutzparcours, in dem ebenfalls der Einsatz in einem dunklen, verrauchten und heißen Gang simuliert wird - einschließlich einer schmalen Röhre, in die die Feuerwehrleute nicht mehr mit dem Sauerstoffgerät auf dem Rücken passen.

Parcours für den Fitness-Test

Neben dem neuesten technischen Stand ist es mit dem Neubau gelungen, zahlreiche Funktionen unter einem Dach zu vereinen - neben der Feuerwache und dem Trainingscenter etwa auch den Vorbeugenden Brandschutz, Verwaltung und Werkstätten.

Insgesamt 256 Mitarbeiter hat die Flughafenfeuerwehr - normalerweise 64, die pro Schicht auf die drei Feuerwachen verteilt sind. Auf der neuen Feuerwache eins sind mit jeweils 31 Feuerwehrleuten im 24-Stunden-Dienst die meisten. Eva Krafczyk, DPA



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