01. Dezember 2020, 20:57 Uhr

Im Kampf gegen Virus besser vorankommen

01. Dezember 2020, 20:57 Uhr
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Von DPA
Die Virologen der Uni Marburg sind an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 beteiligt. FOTO: DPA

Wiesbaden - Hessens Medizin-Universitäten bündeln ihre Corona-Forschung in einem Pandemienetzwerk. Die Goethe-Universität Frankfurt, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Philipps-Universität Marburg sind bereits an zahlreichen wissenschaftlichen Projekten zum Coronavirus beteiligt, wie Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) gestern in Wiesbaden sagte. Das Land stelle den drei Universitäten nun 4,35 Millionen Euro speziell für die Erforschung des SARS-CoV-2-Virus und der Erkrankung Covid-19 zur Verfügung.

Selten sei Wissenschaft so sichtbar gewesen, wie in der Corona-Pandemie, betonte Dorn. Manche Forscher seien so bekannt wie Fußballspieler oder Popstars. »Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden leider auch zum Ziel von Hass und Drohungen, weil Menschen ihnen die Schuld geben an Beschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie«, sagte Dorn. Dafür trage aber die Politik die Verantwortung. Daher sei Wissenschaftskommunikation so wichtig, sagte Dorn. Die Gesellschaft müsse verstehen, wie Wissenschaft funktioniert, dass Versuch und Irrtum dazugehören.

Hessen verfüge bereits über eine besondere Kompetenz in der Corona-Forschung, sagte die Ministerin. Dabei arbeiteten die Universitäten in Marburg, Gießen und Frankfurt schon lange gut zusammen. Dies sei in der oft von Wettbewerb und Konkurrenz geprägten Welt der Wissenschaft keine Selbstverständlichkeit. Der Sprecher des Pandemienetzwerks, Prof. Stephan Becker von der Philipps-Universität Marburg, sagte, diese gute Kooperation werde mit dem Pandemienetzwerk noch einmal gestärkt. »Schon während der ersten SARS-Pandemie 2003 gab es eine enge Zusammenarbeit zwischen den Kliniken der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Marburg. Diese hat sich während der Ebola-Epidemie bis zur aktuellen Pandemie fortgesetzt.«

In Marburg wird unter anderem an einem Corona-Impfstoff geforscht, der gerade in der klinischen Erprobung ist. Nach den Worten von Becker könnte der Impfstoff womöglich Mitte kommenden Jahres zugelassen werden.

Der Gießener Professor John Ziebuhr erläuterte, die Erforschung menschlicher Corona-viren habe an den Universitäten Gießen und Marburg eine lange Tradition. Dies biete in der derzeitigen Pandemie »ausgezeichnete Voraussetzungen für die umfassende Aufklärung der Molekularbiologie dieses neuen Erregers und seiner Besonderheiten gegenüber den bereits früher bekannten Coronaviren«.

Am Universitätsklinikum Frankfurt und an der Goethe-Universität werde unter anderem nach neuen Medikamenten gegen SARS-CoV-2 gesucht, sagte Prof. Sandra Ciesek. Außerdem entwickelten die Wissenschaftler Nachsor- gekonzepte für Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren. dpa



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