06. August 2021, 19:27 Uhr

Handwerk mangelt es an Nachwuchs

06. August 2021, 19:27 Uhr
Die Handwerksbetriebe haben Nachwuchssorgen: Obwohl es in diesem Jahr weniger Ausbildungsplätze gab, sind sie teilweise noch nicht besetzt. FOTO: DPA

- Die hessischen Handwerksbetriebe leiden noch immer massiv unter den Folgen der Corona-Pandemie. Das trifft besonders hart auch die Ausbildungsbetriebe. So gibt es deutlich zu wenige Bewerber für die offenen Lehrstellen - obwohl auch deren Zahl zurückgegangen ist.

»Corona hat wirklich Schlimmes bewirkt«, sagte Martin Pott, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden, der für die Aus- und Weiterbildung zuständig ist. Um 15 Prozent sind die Ausbildungszahlen von 2019 auf 2020 gesunken. Und auch im anstehenden Ausbildungsjahr 2021 sieht es alles andere als gut aus. »Zum Stichtag 31. Juli hatten wir im Kammerbezirk knapp 2000 Lehrverträge, das ist deutlich zu wenig«, so Pott anlässlich der Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz am Donnerstag in Wiesbaden. Üblich seien im Kammerbezirk rund 3500 Lehrverträge. Die Hoffnungen ruhten nun darauf, dass sich im Laufe des Augusts und im September die Zahlen noch verbessern.

Stefan Füll, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden und des Hessischen Handwerkstags, räumte ein, man habe gehofft, »Corona in diesem Jahr schnell abschließen zu können«. Dies sei zwar nicht möglich gewesen, immerhin aber habe in den Betrieben im zweiten Quartal des Jahres eine »deutliche Aufbruchstimmung« um sich gegriffen. Noch aber sei die Situation unsicher, die Pandemie nicht vorbei. »Wir schwanken zwischen Skepsis und Zuversicht«, so Füll.

Erfreulich sei, dass Branchen wie das Kraftfahrzeuggewerbe, Friseure und Kosmetiker, die besonders unter den Einschränkungen gelitten hätten, endlich wieder »einen Erholungskurs einschlagen konnten«, sagte Füll.

Corona hat für das Handwerk in Hessen eine schon länger anhaltende Krise deutlich verschärft. Den Betrieben mangelt es auf breiter Front an Nachwuchs. Im vergangenen Jahr war der Trend hin zur schulischen Laufbahn aufgrund der Schwierigkeiten, Betriebe und handwerkliche Berufe überhaupt kennenzulernen, noch einmal verstärkt worden. Nun sei es schwierig, diese Jugendlichen noch zu erreichen.

Pott mahnte deshalb, es dürfe »keinen zweiten Corona-Jahrgang« geben. Peter Hanack

Schlagworte in diesem Artikel

  • Berufsausbildungsverträge und Lehrverträge
  • Friseure
  • Handwerk
  • Handwerksbetriebe
  • Handwerkskammern
  • Karriere und beruflicher Werdegang
  • Kosmetikerinnen
  • Weiterbildung
  • Frankfurt
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos