02. April 2021, 21:28 Uhr

Gut vorbereitet in die Saison

02. April 2021, 21:28 Uhr
Langsam läuft die Spargelsaison an. Der erste Spargel ist schon zu Ostern zu haben, offizieller Start ist am 8. April. FOTO: DPA

Weiterstadt - Auf den Spargelfeldern beginnt kurz vor dem Saisonstart des Edelgemüses geschäftiges Treiben. Erste Erntehelfer ziehen Folien von den Feldern. Noch ragen nur vereinzelt Spargelköpfe aus dem Boden. Das kühle Wetter in der ersten Märzhälfte lässt einen so frühen Start des Verkaufs wie im vergangenen Jahr nicht zu. »Wir sind zehn Tage später dran als im letzten Jahr«, sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt. »Wir werden Ostern Spargel haben, aber nicht viel.« Den Preis für den ersten heimischen Spargel schätzt Meinhardt auf 17 Euro das Kilo. Optimistischer ist er dieses Jahr trotz Corona-Pandemie bei den Erntehelfern.

Mit Grausen denkt der Landwirt an das letzte Jahr zurück. Der Saisonstart fiel genau in den ersten Lockdown. Die Gastronomie als Kunde war ein Totalausfall. Wegen geschlossener Grenzen konnten viele ausländische Erntehelfer aus Osteuropa zunächst nicht kommen. Es gab Versuche, Saisonarbeitskräfte auf den Feldern abzuwerben. Am Anfang malten die Spargelbauern ein düsteres Bild. Dank Sonderregelungen für ausländische Helfer und einer sehr guten Direktvermarktung an den Verkaufsbuden kamen die Betriebe aber mit einem blauen Auge davon. »Uns ist nichts bekannt, dass einer kaputtgegangen ist«, sagt der Sprecher des hessischen Bauernverbandes, Bernd Weber.

In diesem Jahr ist Meinhardt entspannter, auch wenn das Virus weiter grassiert. »Man konnte es planen, ich weiß, dass ich meine Leute bekomme«, sagt Meinhardt. Er hat die Zusage von 140 Helfern. Viele dieser Saisonarbeiter seien früher auch gerne nach England oder als Helfer in der Gastronomie nach Österreich gegangen. Nach dem Brexit bräuchten sie nun aber für England ein Visum und die Gastronomie im Nachbarland sei zu. Auch für die Direktvermarktung an den Verkaufsbuden habe er von der Pandemie gebeuteltes Personal gefunden. Unter anderem würden nun fünf Stewardessen und ein Lambada-Tanzlehrer das Edelgemüse an den Ständen verkaufen - wegen Corona derzeit alle ohne Job.

Dennoch gelten auch in diesem Jahr strikte Hygienevorschriften und Abstandsregeln. Die anreisenden Saisonarbeiter werden getestet und müssen in Quarantäne. Sie arbeiten in den immer gleichen Gruppen zusammen. Und auch die Zahl der Unterkünfte wurde aufgestockt, damit nicht zu viele in einem Raum wohnen. Rund 300 000 Euro hat Meinhardt nach eigener Aussage in die Wohncontainer einer früheren Asylbewerberunterkunft investiert und diese nahe dem südhessischen Weiterstadt auf einen Obsthof gebracht. »Wir haben eine vorübergehende Aufstellungsgenehmigung für 62 dieser Container.«

Der offizielle Saisonstart ist für den 8. April geplant. Auch in diesem Jahr - der Infektionsgefahr geschuldet - ohne Fest und gemeinsames Spargelessen. dpa

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