15. Januar 2021, 21:27 Uhr

Grünes Licht für Vakzin-Herstellung in Marburg

15. Januar 2021, 21:27 Uhr
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Von DPA
Bei Biontech in Marburg kann wie geplant ab Februar mit der Impfstoffproduktion begonnen werden. FOTO: DPA

Marburg/Mainz/Wiesbaden -. Der Weg für die Herstellung von Millionen weiteren Corona-Impfstoffdosen ist frei: Das Regierungspräsidium Gießen hat dem Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung erteilt zur Produktion des Mittels in seinem neuen Werk im mittelhessischen Marburg. Das teilte die hessische Staatskanzlei am Freitag in Wiesbaden mit. Die Weichen für größere Impfchargen seien damit gestellt, hieß es. Biontech kündigte an, dass es wie geplant beim Produktionsbeginn im Februar bleibe. Dem Unternehmen zufolge vergehen zwischen der Herstellung und Freigabe des kontrollierten Vakzins dann üblicherweise etwa vier Wochen.

»Hessen wird mit der Impfstoffproduktion am Standort Marburg eine zentrale Rolle einnehmen bei der Bekämpfung des Infektionsgeschehens«, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) laut Mitteilung. »Der Fortschritt beim Produktionsprozess in Marburg macht uns Mut und lässt uns zuversichtlich in die Zukunft blicken.« Angesichts der noch knappen Impfstoffmengen und der riesigen Nachfrage ruhen auf dem Standort Marburg große Hoffnungen - auch, dass damit in Deutschland die Impfkampagne vorankommt.

Im ersten Halbjahr 2021 sollen in dem Marburger Werk mit seinen 300 Mitarbeitern 250 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Als Gesamtmenge einer Jahresproduktion streben die Mainzer nach eigenen Angaben hier 750 Millionen Dosen an.

Biontech hatte die Produktionsstätte vor einigen Wochen vom Schweizer Pharma-Konzern Novartis übernommen. Die Anlage muss für die Impfstoffproduktion umgestellt und der Betrieb vom Regierungspräsidium Gießen als zuständige Aufsichtsbehörde genehmigt werden. In Marburg sollen drei der vier nötigen Produktionsschritte erfolgen, abgefüllt wird woanders.

Biontech und Pfizer nutzen für die Herstellung ihres neuartigen mRNA-Impfstoffes verschiedene Produktionsstätten in den USA, Deutschland sowie in Belgien. Die mRNA in den Impfstoffen enthält den Bauplan für ein spezielles Corona-Protein, das nach der Impfung die Immunabwehr im menschlichen Körper auslöst. mRNA muss nicht nur in großem Stil produziert, sondern auch aufbereitet und gereinigt und am Ende steril verpackt werden für den stark gekühlten Transport.

»Das Genehmigungsverfahren ist sehr anspruchsvoll, da die Anlagen den hohen Anforderungen der Arzneimittelherstellung genügen müssen«, erläuterte der Gießener Regierungspräsident Christoph Ullrich das Prozedere in Marburg. Die Behörde hatte unter Verantwortung des hessischen Umweltministeriums »unter Hochdruck« das Vorhaben geprüft. Die Erlaubnis sei mit Blick auf die aktuellen Corona-Infektionszahlen eine wichtige und hoffnungsvolle Nachricht, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Sie sprach von einem Genehmigungsverfahren in »Rekordgeschwindigkeit«. dpa



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